Ein normaler Arbeitstag

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Briorn
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Registriert: Fr 15. Aug 2008, 12:35
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Ein normaler Arbeitstag

Beitrag von Briorn »

Beinahe wäre er wohl vorne übergekippt. Mitten in seinem Lauf hatte die antike Brücke ein abruptes Ende genommen. Das immense Gewicht der Artefakte für die er hergekommen war tat sein Übriges. Zeit zum Überlegen blieb jetzt keine. Nicht, dass er es sonst in solchen Situationen tat, doch das Dutzend Grabräuber an seinen Fersen lies es sowieso nicht zu. Gegen ein halbes Dutzend und mit Platz zum Kämpfen und wenn er nicht mit dem Rücken zu einem Abgrund stehen würde, hätte er erwogen zu kämpfen. Aber so war es aussichtslos. Am anderen Ende der Brücke blieb die Bande Grabräuber stehen. Sie kannten die Ruine natürlich besser als er. Er wagte einen Blick nach unten. Es war keine Brücke über eine Schlucht. Nur vom Dach eines Baus zum Dach des Nächsten. Es waren gute vier oder fünf Meter bis nach Unten und auch bis zur anderen Seite. Er betrachtete und prüfte den Boden. Erdig, leicht vom Regen am Morgen aufgeweicht. Tief genug sich alle Knochen zu brechen aber immerhin nicht tief genug um dabei zu verrecken.
Dann rannten zwei der Gesetzlosen auf ihn zu.
Blitzschnell zog Briorn seine Schwerter. Er drehte die Schwerter einmal in seinen Händen. Er hätte mit diesen Beiden noch fertig werden können, doch Flucht war die bessere Alternative. Er warf die beiden Schwerter die Brücke hinunter, so konnte er sich bei einem Sturz nicht selbst aufschlitzen. Seine Widersacher stoppten kurz, Briorn atmete tief ein und zögerte nicht einen Satz nach hinten machen. Ohne Halt unter den Füßen krallte er sich an der Kante der Bruchstelle der Brücke fest. Er rutschte ab. Für einen Wimpernschlag stockte sein Atem. Seine Finger rutschten auf dem alten Stein entlang. Staub und kleine Steine, die sich von der Bruchstelle lösten, rieselten in seine Augen. Dann kam er zum Halt. Seine Beine taumelten haltlos in der Luft, während das Blut seiner aufgerissenen Finger sein Handgelenk herunter rann.
Er atmete aus und lies los. Der riesige Thalländer war zu kolossal und alt um irgendwelche akrobatischen Manöver auszuführen. Wie ein Klotz fiel er zu Boden. Immerhin schaffte er es sich in den zwei Sekunden Fall auf den Bauch zu drehen, so fiel er nicht auf die schweren Statuen die er in dem Rucksack auf seinem Rücken verstaut hatte. Und es war unwahrscheinlicher, dass er sich das Genick brach, dafür würden ein paar Rippen daran glauben müssen.
Die Arme vor dem Gesicht verschränkt schlug er auf dem Boden auf. Seine Ellenbogen und Knie gruben sich der Länge nach in den feuchten Boden ein. Dann schlug der Rest von ihm auf dem Boden auf.
Ein stechender Schmerz breitete sich von seinem Brustkorb aus, aus. Hatte er ein Knacken gehört oder war noch alles heil? Zeit zum Überlegen war keine. Briorn raffte sich auf seine Knie, was ein Würgen hervorbrachte. Seine Knie waren lädiert und die Pein durchfuhr seine schmerzerprobten Knochen.
Verschwommen nahm er seine Umgebung wahr. Er hatte jetzt ein paar Minuten Vorsprung. Der Krieger tastete nach seinen Schwertern; mit seinen blutüberströmten Händen bekam er die Griffe zu fassen. Er rammte sie in den Boden und stemmte sich daran hoch. Die Schwerter zog er hinter sich her als er mit wankenden Schritten losstapfte.
... Und morgen schreib ich weiter....
Kampf brauch keinen Anlass, Kampf ist der Anlass selbst. Du fragst nicht warum ein Feld brennt oder eine Seuche sich ausbreitet. Also frag nicht warum ich kämpfe.
- Briorn Starkarm
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