Elljs Tagebuch

Schreibt hier die Geschichte Eures Charakters nieder.

Moderator: Offiziere

Antworten
Benutzeravatar
Ellj
Beiträge: 1
Registriert: Di 11. Feb 2020, 23:16

Elljs Tagebuch

Beitrag von Ellj »

Es war schon früher Abend geworden, als Ellj von ihren Einkäufen und Besorgungen in das kleine Häuschen, in einer der Siedlungen nahe der Stadt Bree zurückkehrte. Sie schloss die Tür hinter sich ab und sah sich, in dem schon recht düsteren Zimmer um. Im Vogelkäfig hatte der kleine, sonst immer so fröhlich zwitschernde Flieger sein Köpfchen bereits unter die Federn gesteckt und schlief. In den Bücherschränken zeigten sich, statt einer Vielzahl von Buchrücken, nur noch schwarze Schatten. An der Wand gegenüber, am Durchgang zu ihrer kleinen Schlafkammer flackerte noch ein schwacher aber einladend warmer Schein des Kaminfeuers. Sie tastete sich vorsichtig einige Schritte voran, bis sie den großen, schweren Holztisch erreichte, an dem sie sonst immer aß oder las oder andere Dinge erledigte. Dort stellte sie all das, was sie heute erstanden hatte, ab. Gleich darauf drehte sie sich in Richtung des Kaminflackerns und ging leichten Schrittes darauf zu, bis sie in den Raum daneben gelangte. Auch hier herrschte eine müde Stille. Die Katze lag eingerollt und schlafend auf dem dicken Kissen, welches sich nah genug am Kamin befand, um dem eleganten Pelztier eine angenehme Wärme zu spenden. Sie hatte es sehr wohl bemerkt, dass Ellj nach Hause zurück gekehrt war, hielt es aber offenbar nicht für notwendig, sich zur Begrüßung zu erheben. Lediglich ihre Augen öffneten sich kurz und die Nase hob sich schnuppernd ein klein wenig in die Luft. Ein knappes, anklagendes Mauzen folgte. Diese zur Kenntnisnahme von Elljs Anwesenheit dauerte nicht viel länger als ein Wimpernschlag und schon war sie scheinbar wieder eingeschlafen. Ellj ging auf den Kamin zu, nahm den Feuerhaken, welcher gleich neben dem Korb mit Brennholz stand und schürte ein wenig die Glut. Einige glühende Funken sprangen aus der Feuerstelle und landeten direkt davor. Langsam erlosch das rote Glühen und hinterließ winzig kleine, schwarze Aschepunkte. Noch war es nicht zu spät, das Feuer erneut zu entzünden und so griff sie nach einigen Stücken Kleinholz und warf diese über die glühenden Kohlereste. Es dauerte einige Minuten, währenddessen sie mehrmals vorsichtig in die rot glimmende Kohle pustete und so nach und nach fingen die kleinen Holzstücke an zu brennen. Sie sah sich das Ganze zufrieden an und nickte, ehe sie in den Holzkorb griff und einige, nun große Stücken Holz herausnahm. Sie legte diese sachte auf das kleine Feuer und beobachtete, wie sich die Flammen mehr und mehr des Holzes zu bemächtigen begannen. Ein Knistern beendete bald darauf die Stille im Raum und ein harzig rauchiger Duft breitete sich aus. Ellj schien mit dem Ergebnis einverstanden und drehte sich zu dem gemütlichen Korbstuhl um, der immer vor dem Kamin stand und mit der Zeit zu ihrem Lieblingsplatz im Haus geworden war. Auf der rechten Lehne lag ein Buch, darauf eine weiße Schreibfeder und eine kleine Phiole mit Tinte. Sie machte es sich auf dem Stuhl gemütlich und lockerte ihr Haarband, bis sich der Zopf am Hinterkopf löste und ihre Haare freigab. Sie griff sich in die rotbraune, schulterlange Mähne und schüttelte diese einmal locker auf. Früher einmal waren die Haare länger, viel länger sogar, bis über die Hüfte hinunter lies sie sie einst wachsen. Sie lächelte kurz, als sie diese Erinnerung traf und ergriff gleich darauf das Buch. Dann betrachtete sie es im Schein des flackernden Kaminfeuers genauer. Es war umgeben von einem dunkelbraunen, ledernen Einband, an dessen Vorder- beziehungsweise Rückseite je ein ledernes Band befestigt war, mit deren Hilfe man das Buch verschließen konnte. Das Buch war im großen und ganzen schlicht gehalten, sieht man von der Einprägung mittig auf der Vorderseite ab. Im Feuerschein war jene Einprägung, trotz der Dunkelheit des restlichen Raums, noch immer deutlich zu erkennen, handelte es sich doch um die silbrig glänzende Kontur eines Schwans. Ellj legte schon fast liebevoll ihre Handfläche auf das silberne Symbol und schloss eine zeit lang ihre Augen. Mit einem Mal war es, als konnte sie ihn ganz deutlich sehen. Der Moment, als sie noch ein Kind war und mit freudig strahlenden Augen vor ihrer Mutter stand. Es war der Augenblick, als diese sich zu ihr hinunter beugte, in der Hand das Buch haltend um es Ellj zu überreichen. Plötzlich meinte sie, die stets liebevolle Stimme ihrer Mutter zu hören „Ein Tagebuch Ellj, für all jene besonderen Momente und Erinnerungen, welche dich auf ewig begleiten sollen“. Sie machte die Augen wieder auf und blickte erneut auf das Tagebuch in ihrer Hand. Vorsichtig öffnete sie den Knoten der Bänder und schlug es langsam auf. Eine weiße Seite kam zum Vorschein. Kein einziges Wort war zu lesen. Lange betrachtete sie die Leere, welche sich ihr gerade offenbarte. Gab es denn keine Erinnerungen, keine Momente die es Wert waren in diesem Buch ihren Platz zu finden? Sie zog die Augenbrauen zusammen und dachte konzentriert nach. Dann, ganz plötzlich öffnete sie die Phiole, ergriff die Schreibfeder und tunkte deren Spitze ein wenig in die Tinte hinein. Gleich darauf setzte sie die nun schwarze Federspitze sachte auf das feine Papier und begann zu schreiben.

Vom Übermut

In so manchem Dasein gibt es diesen einen Moment, in dem sich das Schicksal ganz plötzlich neuen Wegen zuwendet und das alte Leben hinter einer dichten, schier undurchdringbaren Nebelwand zurück lässt, sodass man den einst begangenen Pfad nicht mehr zu entdecken vermag. Manchmal ist dieser Moment nur so lang wie ein kurzes, unbedacht vorgetragenes Lied. Ich weiß wovon ich spreche, denn ein solches veränderte meines.
Ich heiße Ellj. Mein Sein begann vor nunmehr 25 Sommern in der stolzen Stadt Dol Amroth. Mein Leben, vor jenem besagten Moment, war stets ein leichtes gewesen. Man könnte sogar behaupten, ich war frei wie der Wind, der durch die Baumkronen streift und einige der Blätter mit sich trägt, oder über das Meer hinweg weht und das smaragdgrüne Wasser unerbittlich gegen die Felsen einer Küste schiebt. Kaum eine Beschränkung, kein Verbot oder Regeln lasteten auf mir. Ja … ich mag wohl recht verwöhnt gewesen sein in jenen Tagen. Aus gutem Hause, immer umringt von Freunden, auch wenn ich mir später des öfteren die Frage stellte, ob es echte Freunde waren. So lebte ich ein recht belangloses wie bequemes Leben. Ich kannte es nicht zu hungern oder zu frieren, wusste nicht, was es bedeutet, sich um sein Leben zu fürchten. Ich war gerade achtzehn Jahre alt geworden und das war es, was ich feiern wollte.

[An dieser Stelle, wird zu einem späteren Zeitpunkt, in einer noch fernen Zukunft, am Rand ein kleiner Nachtrag seinen Platz finden: Prinzessin Sommersprößchen]

Eigentlich fing dieser Tag an, wie jeder andere auch und der Abend versprach Musik, Tanz und viel Gelächter. Die Taverne war gefüllt mit dem Geruch von Wein, Bier und Met, aber auch Bratenduft hing überall in der Luft. Die Feuer knisterten in den Kaminen und heizten nicht nur den Schankraum, sondern ebenso die Gemüter der Gäste auf. Spielleute musizierten, lachten und sangen fröhliche Lieder. Der Wirt und seine Mägde füllten wieder und wieder die Krüge. Die Stimmung war prächtig.
Und so kam es, wie es kommen musste. Angeheitert von einigen Krügen Met und angestachelt von der johlenden Menge, fand ich mich auf einem der Tavernentische wieder. Mit, vor Aufregung rot glühende Wangen, das Gesicht von der schwülwarmen Luft verschwitzt, sodass einige Haarsträhnen an meiner Stirn klebten, den Metkrug in die Luft gestreckt wie ein Schwert zum Zeichen des Sieges, so stand ich da, eine Heldenpose des Übermutes. Was ich nicht merkte, war das missmutig wie hasserfüllt, aus einer dunkleren Ecke heraus beobachtende Augenpaar, dessen Besitzer, ein selbstgefälliger, von Eitelkeit zerfressener, rachsüchtiger und leider auch außerordentlich einflussreicher junger Adliger war, der sich wohl als der Empfänger meines Liedes verstand. Ich selbst fand meinen Vortrag noch nicht einmal besonders gut gelungen und noch weiniger der Rede wert. Jedoch ließ die Reaktion darauf nicht lange auf sich warten.
Es ging alles ganz schnell. Genau erinnern kann ich mich nur noch an das hastig mit dem Nötigsten gepackte Bündel und die entsetzten, wie traurigen blickenden Augen meines Vaters. Ein Mann, der nicht nur das Aussehen eines alter, rauen Seebären innehatte, sondern auch so sprach, obgleich er ein angesehener Magister der Heilkunst war und für den es ansonsten immer ein leichtes zu sein schien, die Wogen meines Übermutes zu glätten. Diesmal nicht.
Und so fand ich mich plötzlich auf der Straße vor den Toren Dol Amroths wieder. Die Sonne hatte gerade damit begonnen sich den Tag zurück zu erobern und die weißen Steine der Stadtmauern mit einem warmen orange zu belegen. Die Luft war, im Gegensatz zur Taverne, klar und noch angenehm kühl. Einige Vögel erwachten bereits aus ihrem Schlaf und grüßten mal zaghaft, mal energisch den neuen Tag. Lange stand ich einfach nur da und blickte in die Richtung des Weges, welcher an die Küste führte. Wie oft war ich ihn schon gegangen? Zusammen mit meinem Vater, auf der Suche nach kleinen und großen Abenteuern. Und mit einem mal drang eine verloren geglaubte Erinnerung in meine Gedanken vor, an den Tag, nachdem meine Mutter verstarb, als Vater trotz aller Heilkunst nicht mehr zu helfen vermochte. Zwei Leben erloschen in diesem einen Moment, der ein guter hätte werden sollen, denn mein Bruder wollte das Licht der Welt erblicken. Ein Unwetter wühlte das sonst so blau schimmernde Meer schäumend auf und trieb die Gischt tosend gegen den steilen Küstenstreifen. Der Regen peitschte gegen Vaters Gesicht und mischte sich mit dessen Tränen. So stand er, mit weit ausgebreiteten Armen, an den Klippen und schrie den heulenden Sturmböen entgegen, fast als wollte er sagen: 'Hier bin ich, komm und zeig mir was du kannst!'. Und in diesem Augenblick begriff ich, nun hatte auch ich ihm das Herz gebrochen.
Mein Weg führte mich in Richtung Imloth Melui, im Lehen Lossarnach. Dort lebte und arbeitete meine Großmutter noch im hohen Alter, ebenfalls als Heilerin, in den Häusern der Heilung. Oft war ich in meiner Kindheit bei ihr, eine zweite Heimat war jenes blütenreiche Tal. Meine Großmutter war eine alte, weise Frau, welche gebückt aber mit großem Stolz und oft genug störrisch an einem Gehstock ging. Nie sah ich sie anders, als mit streng am Hinterkopf verknotetem weißen Haarschopf. In der alten Heilerin erwachte die Hoffnung, ich die Enkelin könnte nun ihr Erbe antreten. Und eine Zeit lang schien es auch, als würde ihr Wunsch in Erfüllung gehen. Bis mich die Vergangenheit einholte. Die grenzenlose Eitelkeit und die ungeahnte Rachsucht trieben ihre Schergen hinter mir her und ließen diese Hoffnung sterben. Als auch Großmutter ein Opfer derselben zu werden drohte, packte ich abermals mein Bündel und verließ das Tal gen Norden. Aber egal wo ich mich nieder ließ, immer waren auch die Schatten jenes Abends nicht weit. So führte mich mein Weg nach und nach immer näher an die Grenze zu Rohan und ein Entschluss reifte in mir. Ich beschloss Gondor zu verlassen und mein Glück in Rohan zu versuchen. Die Schritte hinein in dieses fremde Land wurden begleitet von nur einem Gedanken 'Eines Tages … eines Tages... ' und plötzlich sprach mein Mund unwillkürlich aus, was mein Kopf dachte. Ich drehte mich um und schrie, mit Tränen in den Augen, meiner alten Heimat zum Abschied zu „ EINES TAGES … KEHRE ICH ZURÜCK“

Wohltuende Ruhe

Das Glück schien mir hold zu sein in diesem … Rohan. Nicht lange wanderte ich umher, als ich in einem Ort namens Aldburg meine neue Heimat fand. Ein betagtes, kinderloses Krämerpaar nahm mich wundersamer Weise auf und bald war es, als wären sie wie Mutter und Vater für mich. Einige friedliche und ereignisarme Jahre zogen ins Land. Mal half ich der Krämerin Diriwyn in ihrem kleinen, engen, aber doch gemütlichem Laden … mal reiste ich mit dem alte Krämer umher und erwarb verschiedenste Waren zum Verkauf … mal aber zog es mich auch allein hinaus und ich durchstreifte gedankenverloren die Mark. Es war eine gute Zeit, die nie hätte enden können. Bis der alte Kaufmann von einer seiner Reisen nicht mehr lebend zurück kehrte. Ich kam gerade von einem kleinen Ausflug zurück, als ich Diriwyn schluchzend, am Tisch sitzend vorfand. Die Schultern nach unten hängend, als würde eine unbegreiflich schwere Last auf ihnen ruhen. Vor ihr lag etwas in ein fein besticktes Tuch aus edlem Stoff eingeschlagen und ich wusste sofort um was es sich handelte. Es war der alte Dolch des Krämers. Ein seltsames wie kostbares Stück von elbischer Machart. Wie er daran kam, dies erzählte der Krämer nie, das er ihm unendlich viel zu bedeuten schien merkte man in jedem Augenblick, in dem er einfach nur träumend und liebevoll darauf blickte, fast als streichelten seine Augen über das meisterlich gefertigte Stück Metall. Und wieder reifte in mir ein Entschluss. Diesmal einer der Dankbarkeit. Ich unterbreitete Diriwyn den Plan, an die Stelle ihres Mannes zu treten und an seiner statt all die Waren zu erstehen, die sie verkaufen konnte. Nach kurzer Zeit waren wir uns einig und die Krämerin übergab mir, als Zeichen der Verbundenheit, den alten Dolch ihres Mannes, mit den Worten „ Möge er dich immer schützen auf deinen Wegen“. Ein weiteres mal packte ich mein Bündel und war bereit, in die Welt hinaus zu ziehen.

Elljs zu Papier gebrachter Gedankengang brach jäh, von einem hellen Klirren begleitet, ab und noch ehe sich ihre Augen nach Herkunft sowie Ursache desselben umsehen konnten, hatte sie das Näschen der eben noch so friedlich schlafenden Katze direkt vor ihren Augen. Wie sie schnell erkannte, war die Katze auf die Lehne des Korbstuhls gesprungen und hatte dabei die kleine Phiole zu Fall gebracht. Die lag nun vor dem Kamin und langsam aber sicher ergoss sich die kostbare Tinte auf den hölzernen Fußboden. Geschwind legte Ellj das Buch und die Schreibfeder beiseite, hüpfte vom Stuhl und versuchte zu retten, was womöglich nicht mehr zu retten war. „Ach Katze“ klang es raunend aus ihrem Mund, während sie die Phiole aufhob und den Tintenfleck auf dem Boden betrachtete, der wohl nun auf ewig diese Stelle markieren würde. Einen Atemzug später fiel ihr Blick auf das mittlerweile nur noch sachte brennende, mehr glimmende Kaminfeuer. Es musste schon vor einer ganze Weile aufgehört haben zu knistern. Sie entschloss sich, davon abzusehen, das Feuer erneut zu entfachen und verschloss stattdessen die Phiole, band den ledernen Einband des Tagebuchs zu und griff noch nach der Schreibfeder. Ellj ging mit müden Schritten auf die andere Seite des Raumes, an der eine ansehnliche Kommode ihren Platz gefunden hatte. Sie öffnete vorsichtig, unter leisem Quietschen die oberste Schublade und übergab Buch, Feder und Phiole in deren Obhut. Die Schublade schloss sich erneut und neben dem Quietschen war nur noch zu hören „ Ja doch Katze, ich lass dich schon raus!“.


Bree – Geschehnisse und Gedankengänge für einen möglichen, zukünftigen Tagebucheintrag

Ich mag diese Stadt einfach nicht … Schon als ich sie zum ersten mal betrat, spürte ich diese unbestimmte Abneigung, eine eigenartige Unruhe, wenn ich mich innerhalb ihrer Mauern aufhalte. Eigentlich wäre ich am Liebsten sofort weiter gezogen. Was mich hier hält ist einzig und allein Diris Brief, in dem sie mir vor einigen Wochen voller Begeisterung schrieb, dass all die exotischen Waren von Halblingen, Zwergen, manchmal Elben daheim besten Absatz fänden. Also habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen hier doch noch zu verweilen und Bree zum Ausgangspunkt meiner Unternehmungen zu machen. Und so stehe ich wieder einmal seit einigen Minuten seufzend an dessen östlichem Stadttor und versuche mich dazu zu bewegen es zu durchqueren. Nun gut, es hilft ja nichts, ich habe Hunger und so setzte ich mühsam einen Schritt nach dem Anderen voran. Normalerweise gehe ich in die Gelehrtenstube, dort ist es noch am angenehmsten. Aber heute wird’s wohl im Gasthaus enden. Das tänzelnde Pony … welch ein seltsamer Name für eine Taverne. Kaum stehe ich auf dem Vorplatz des Ponys und beobachte einige Spielleute dabei, wie sie heiter musizieren, schon hab ich ein Met frei. Da sag ich natürlich erst mal nicht nein. Wie sich herausstellt, ist der langweilige Söldner, der mir den Metkrug knurrig überreicht, selbst auch noch furchtbar gelangweilt, jedenfalls fällt er direkt mit der Tür ins Haus und beginnt seine Unterhaltung mit den Worten: ' Erzähl mir etwas von dir, dass mich interessieren könnte' … Nun gut, wie ich eben so bin mache ich mir einen kleinen Spaß aus der Sache und erzähle etwas Unsinn … Ellj, die kühne Diebin – Ellj, die unerschrockene Grabräuberin. Das ich kein Interesse daran hege, mit ihm allein in ein Hinterzimmer zu verschwinden scheint dem Guten am Ende so gar nicht zu gefallen … Klar, dass es nicht lange dauert und der Söldner springt auf, schreit mir ein 'Dann verrotte doch im Kerker' entgegen und stapft wutentbrannt davon … Na Ellj, das war doch sicherlich eine neue Bestzeit … Noch während mir für einen Moment der Gedanke kommt, nun endlich zu wissen, was mir an dieser Stadt nicht gefällt … spricht mich eine weitere Stimme an, ob sie sich wohl an den Tisch setzen dürfte … Ich sag 'ja'... was auch sonst, ist ja nicht mein Tisch. Weiter interessiert mich die Stimme nicht, stellt sich mir doch eher die Frage, ob ich nicht besser aufstehe und schnell wieder von hier verschwinde. Plötzlich jedoch reißt mich die Stimme ein weiteres mal aus meinen Gedanken, diesmal endgültig und dabei sagt sie doch nur ein einziges Wort … um genauer zu sein, einen Namen ...
Antworten