Egin Esgarothskr

Schreibt hier die Geschichte Eures Charakters nieder.

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Egin
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Egin Esgarothskr

Beitrag von Egin »

Vorneweg: Folgendes war meine damalige Bewerbung zur Aufnahme in die Meigol i Estel. Ich habe sie nur noch leicht verändert.


Gegrüßet seiet,
Gefährten hoffender, nein hoffen lassender Schwerter!

Vornweg mein Name,
Egin, Gonthars Sohn, gebürtig aus Esgaroth, freie Stadt im Thalland.

Anhebend, meine bisherige, noch wenig ereignisvolle Biographie zu schildern, erfasset mich – die Eurigen gelesen habend - ein Anflug von, ja was? Scham? Ist sie doch vom keinen tragischen Ereignissen getrübt. Nun immerhin Frowe Topasida berichtet, eher von Lust in die Welt gezogen worden zu sein, als von Not getrieben. Gruß, noch unbekannte Holbytlawif!

Meine Heimatstadt Esgaroth liegt am Langen See. Die letzte große Schlacht im Thalland fand vor fast achtzig Jahren statt. Damals ging es dort heiß her, im wahrsten Sinne. Ein Feuerdrache, Smaug, fiel auf das alte Esgaroth und verbrannte die auf Pfählen in den See gebaute Stadt vollständig. Die folgende Schlacht fochten die verbündeteten Menschen aus Esgaroth und Thal, Elben aus Lasgalen und Zwerge vom Erebor siegreich gegen die Horden aus dem Norden. Das neue Esgaroth ward, ein Stück höher, das Ufer hinauf erbaut. Von meinem Zimmer, das ich mit meinem Bruder teilte, erschaute ich oft mit Schauern, aber auch Fernweh das jetzt weißbleiche Gerippe des Riesenwurm.

Gonthar, mein Vater, nicht aus Thal gebürtig, kam aus dem Osten, vor dortigen Kriegswirren flüchtend. Alswyn, meine Mutter entstammt dem nördlichen Rohan, groß und blond. Meine Eltern erwirtschafteten sich mit einem Handelsgeschäft, wenn auch nicht Reichtum, so doch genügend, um ohne Existenzsorgen leben zu können. Da ich der Älteste, stand es für meinen Vater außer Frage, daß ich dereinst das Geschäft übernehmen würde. Für mich war es recht früh ebenfalls keine Frage, daß nicht. Nicht daß Esgaroth keine schöne Stadt wäre, aber wenn auch körperlich anwesend, war ich geistig meist andernorts, in fernen Ländern. An Büchern verschlang ich, wes ich habhaft werden konnte. Liebevoll nannten mich meine Eltern „zerstreuter Magister“, weniger liebevoll „Träumer“. Und andererseits begann ich auch früh die Natur zu lieben, durchstreifte die Ausläufer des Düsterwaldes, und erprobte meine Bogenkünste an den dortigen Großspinnen. Was gibt es schöneres, als das krackende Geräusch eines den dünnen Insektenpanzer durchschlagenden Pfeiles, gefolgt von dem dumpfen Schmatzen bei Eindringen in weichere Regionen. Da die Pfeile nicht immer ausreichend gezielt waren, lernte ich in dieser Zeit auch das schnelle und ausdauernde Laufen.

Hier ein Einschub zu meiner Milizausbildung. Ich ging bei einem erfahrenen Jäger in die Lehre. Daher habe ich keine klassische Stadtwachenausbildung, ich diente in einer Spezialeinheit. Die Leute aus Esgaroth waren ja schon von jeher für ihre Trefflichkeit am Langbogen bekannt, aber spätestens seit Bards legendärem Schuß ist es hier Traum eines jeden Knaben einsteinmal einen ähnlichen Treffer anzubringen.

Man kann sagen, ich liebe Blätter, die des Waldes wie die der Bücher. Meine Eltern konnten es sich leisten, mir eine Ausbildung zum Gelehrten und Historiker zukommen zu lassen. Ich denke, bei allem Entsetzen über ihren „Träumer“ waren sie doch auch stolz darauf, daß es mir gelang in diesem Metier mit ersten Meriten zu reussieren.

Es kamen die Tage, da genügten mir Bücher, Träume und Ausflüge um die Stadt nicht mehr. Als dazu kam, daß die schönste und bewundernswerteste Frowe Esgaroths einen – unter uns gesagt, ziemlichen Idioten – schöner und bewundernswerter fand denn mich, war mein Leben mir dort gänzlich nicht mehr auszuhalten. Was blieb also? In ein Schwert hätte ich mich stürzen können, aber in einen Pfeil? Hätte am Ende noch eher lächerlich denn wirkungsvoll daramatisch-heroisch angemutet. Hohe Häuser gibt es in Esgaroth nicht, und wenn, wäre ich nur in Schlamm gelandet. Und auch als Wasserleiche hätte ich sicher nicht den erhofften Eindruck auf meine Angehimmelte gemacht. Die Gelegenheit kam mit einem fahrenden Händler, Geschäftskollegen meines Vaters, der für seinen Troß noch Begleitschutz suchend, mich als Begleitschützen annahm.

Die Reise war anfangs recht ereignislos, über die Riddermark durch die Isenfurten in den Norden. Kurz vor Bree wurden wir dann aber von Räubern angegriffen. Baror Eisenhand, ein erfahrener Zwergenwächter und ich bildeten die Nachhut, die den Rückzug des Trosses decken sollte. Der gute Baror! Mit welch Kampfesfeuer hielt er stand. Acht der Räuber gleichzeitig hielt er in Schach, ich ihm Deckung gebend! Als ich den Schurken sah, der sich hinterrücks an ihn anschlich, waren meine Pfeile verbraucht. Ich geriet in die Gefangenschaft der Räuber. Ob sie mit mir spielen oder mich aushorchen wollten, ich weiß es nicht, ich konnte dem Gefängnis entkommen und erreichte Archet.

Nach meiner Flucht gelang es mir Barors Leiche zu bergen und ihm ein rechtes Grab zu geben. Solltet ihr bei Archet an dieser Ruhestatt vobeikommen, gedenket ihm! Ihr findet dorten die Worte:


BAROR EISENHAND
Ercesceath byrgan 3018 D.Z.

Gedenke Baror, Hand aus Eisen,
Uns treuer Wächter war auf Reisen.
Ward er gerufen, Pflicht zu tun,
Ließ er nicht kleinsten Finger ruhn.
Den Feinden war er gleich denn Tod,
Doch Unsen Freunde in der Not.


Soviel in Kürze,

Entscheidet zu nehmen auf,
Mich in euern Hauf’,
So sei ich als Freund
Der euer neunt!

Egin
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