Eine Botschaft an den Anführer

Schildert Erlebtes oder berichtet über Abenteuer aus der Sicht Eures Charakters.

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Ristredin
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Eine Botschaft an den Anführer

Beitrag von Ristredin »

Der vorliegende Brief wurde zusammengerollt und mit Wachs versiegelt.
Egin,

Ich begab mich gestern Nacht von Schwarzwall aus nach Bree, mein Ziel war es Anrangar aufzusuchen. Als ich das Südtor durchschritt, wurde ich scheinbar nieder gerungen. Die Erinnerung daran ist erloschen. Auf dem Platz hinter dem Tor befand sich niemand mehr als ich dort ankam, sodass sicher ist, dass ich allein dort war. Wie lange ich Ohnmächtig war, kann ich nicht sagen. Eine junge Frau weckte mich auf. Zuerst viel mir nichts auf. Ich spürte keinen Schmerz und die Frau, Eiswyn aus Rohan nannte sie sich, sah auch keine Verletzungen. Nur ein bitterer Geruch blieb in meiner Nase. Zuerst schob ich dies auf die dreckigen Straßen Brees, doch nachdem meine Gedanken wieder klar waren, erschien mir dieser Duft doch unbekannt.
Doch mein Wissen scheitert hier. Die Kunst der Waffenführung verstehe ich, doch über Pflanzen und daraus erzeugte Mittel sind mir fremd. Deshalb wende ich mich an Dich und dein Wissen. Gleichzeitig soll dies eine Warnung sein, denn es geschah in der Dunkelheit als ich unsere Hallen verließ. Die Verfolger scheinen noch immer über uns informiert zu sein, zumindest befürchte ich das.
Zurück zu diesem Mittel. Es hinterlässt nach seiner Wirkung keine Schmerzen, nur ein bitterer Geruch bleibt. Die Erinnerung über diesen Angriff ist weg, doch können dies nur wenige Augenblicke gewesen sein, denn ich lag nur fünf Schritte hinter dem Südtor. Ist Dir ein solches Mittel bekannt?
Eines kann ich ganz sicher sagen, ich wurde nicht ausgeraubt. Alles was ich bei mir trug, trage ich noch immer bei mir. Das Ziel war allein ich oder unser Geheimnis, dass ich bei mir trage.
Sollte Dir etwas auffallen, so kannst Du mir per Brief antworten. Adressiere ihn an meinen Vornamen in Stadel. Ich werde den Brief erhalten.

Fertu Egin Hal,

Ristredin
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Egin
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Re: Eine Botschaft an den Anführer.

Beitrag von Egin »

An Ristredin,
Stadel


Halu Ristredin,

eine seltsame Begebenheit, die Du in Deinem Brief schilderdest; seltsam und besorgniserregend.
Diese junge Frouv hat auch nicht mehr gesehen, wer der oder die Angreifer gewesen sein könnten?
Ein Raubversuch kann es nicht gewesen sein? Dir ward nichts entwendet?

In Giften bin ich nicht sonderlich bewandert. Ich weiß genug über schädliche Wirkungen der Flora um mich beim Brauen von Elixieren nicht selbst zu vergiften, aber wenig darüber hinaus.
Im ersten Anflug dachte ich an Bittergift, das Gift der unreifen Mandel, einer Frucht aus südlichen Ländern. Die reife Frucht wird in hiesigen Regionen von den Holbytlar gerne zum Herstellen süßer Spezereien verwand. Das reine Bittergift ist flüchtig, kann leicht eingeatmet, ja gar durch bloße Berührung aufgenommen werden. Die Wirkungen sind, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerz, Ohmmacht, ja sogar der Tod. Äußerst gefährlich!
Wie gesagt, dies ist meine erste Vermutung. Ich werde weiter in den Büchern schauen, welche Alternativen es noch gibt. Vielleicht war es auch ein mineralisches Salz. Auch davon gibt es solche, die leicht in gasförmigen Zustand gebracht werden können, denn so scheint mir Dein Angreifer Dir selbiges verabreicht zu haben.

Sæla ferd,
Egin
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Ristredin
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Re: Eine Botschaft an den Anführer.

Beitrag von Ristredin »

Wieder ist der Brief zusammengerollt und mit demselben Siegel verschlossen worden.
Westu Egin Hal,

Wie ich schrieb, alles was ich bei mir trug als ich die Hallen verließ, trage ich immer noch bei mir. Es fehlt nichts, wenn wir die Erinnerung gedanklich ausklammern. Die Frau sagte mir, sie sah mich allein dort liegen. Vielleicht hat sie aber, ohne es selbst mitbekommen zu haben, den Angriff verhindert, bevor er vollendet werden konnte. Denn wenn ich mir deine ersten Erkenntnisse anschaue, dann hatte ich viel Glück. Sollte Eiswyn aus Rohan mir wieder begegnen, werde ich sie aber nochmals darauf ansprechen, wenn Du in der Angelegenheit sich gehen willst.
Wenn sie es auf uns abgesehen haben, dann kann ich mir nur den Verräter oder die Schergen aus Annuminas vorstellen. Da ich im Heer damals keine auffällige Position bekleidete, geh ich nicht von Angreifern aus der alten Stadt der Könige aus.
Meine eigenen Feinde aus Rhûn hab ich eigenhändig erschlagen, nur einer von ihnen wird noch von meinem Vater gefangen gehalten. Aus seinem Gefängnis wird er nicht entkommen sein, außer sie haben ihn schon gerichtet und seinen Leichnam verscharrt.
Ich werde mich umhören, ob in letzter Zeit Reisende aus den südlichen Ländern hier gesehen wurden, vor allem in der Nähe von Schwarzwall.

Die Antwort kann an den gleichen Ort geschickt werden.

Ristredin
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Ristredin
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Beitrag von Ristredin »

Als er sein kleines Zimmer betrat, fand er auf dem Schreibtisch einen Brief vor. War Egin so schnell in seinen Nachforschungen voran gekommen? Als er den Brief entfaltete, sah er zuerst eine ihm fremde Schrift und, nach einem kurzen Blick an das Ende, den Namen Eiswyn.
Seid gegrüsst, Ristredin!

Ich hoffe Ihr habt Euch von der hinterhältigen Attacke erholt.

Falls Ihr Euren Angreifern noch nicht auf die Schliche gekommen seid, wollte ich Euch noch meine Gedanken zum Vorfall am Südtor von Bree zukommen lassen. Vielleicht hilft Euch das eine oder andere, um den Übeltätern auf die Spur zu kommen.
Die ersten Sonnenstrahlen fingen erst an, Bree aus dem Dunkel zu heben, als ich am Südtor von Bree ankam, bereit zur Weiterreise in die Feste Guruth. Dort sah ich Euch am Boden liegen. Mein erster Gedanke war, dass es da eine Alkoholleiche mal wieder nicht in die Siedlung geschafft hat. Irgendetwas kam mir aber komisch vor, worauf ich versucht habe Euch zu wecken.
Rückblickend erinnere ich mich, was nicht stimmte. Ihr wart nicht unterwegs zu den Siedlungen, sondern ihr lagt umgekehrt, Richtung Pony. Möglicherweise habt Ihr Euren Angreifer sogar gesehen oder gespürt bevor Ihr das Bewusstsein verloren habt. Wie dem auch sei, trotz der frühen Stunde waren bereits einige Leute auf den Strassen von Bree - was mir wiederum rückblickend Sorgen macht, denn keiner scherte sich um einen bewusstlosen Mann mitten auf der Strasse. Gesehen habe ich nebst dem Stalljungen zwei Holzfäller und eine kleine Reisegruppe, die sich gerade bei meiner Ankunft zu Pferd durch das Südtor von Bree ritt.
Es ist nicht viel, doch hilft manchmal jeder Anhaltspunkt.

Eiswyn
Gleich setzte er sich hin und verfasste eine Antwort, denn möglicherweise würde sich nun eine Vermutung bestätigen, die er und Egin hegten. Wenn die Reisenden aus dem Süden kamen, dann wäre der Feind bekannter als noch einige Minuten zuvor.
Werte Frau Eiswyn,

Ich danke euch sehr für Eure Beobachtungen. Da mir ein Teil der Erinnerung fehlt und ich in der frühen Morgenstunde auch schon recht müde war, sind meine eigenen Beobachtungen natürlich bedürftig.
Ist Euch vielleicht aufgefallen, dass die von Euch genannte Reisegruppe südlicher Herkunft war? Mein Anführer hat eine solche Vermutung.
Den oder die Angreifer selbst habe ich nicht bewusst gesehen, aber wir gehen davon aus, dass sie, wie Ihr geschrieben habt, mir von der Siedlung aus gefolgt sind. Das würde durchaus Sinn ergeben.
Sorgt Euch nicht um das Volk von Bree, Sie sind ein eigenes Volk und interessieren sich nicht für andere, vor allem wenn sie gerade aus dem Gasthaus kommen. Doch muss ich länger, als ich dachte, dort gelegen haben. Denn als ich dort ankam, war niemand auf dem kleinen Platz zu sehen.
Sollte Euch irgendetwas zu der Reisegruppe einfallen, lasst es mich bitte wissen.
Zur Eurer Frage: Ich habe mich gut erholt, das Betäubungsmittel wurde mir vermutlich nicht richtig verabreicht und zeigt keine Nachwirkungen.

Ferthu Eiswyn Hal,

Ristredin.
Gleich rollte er den Brief zusammen, zündete eine Kerze an und tropfte nach einigen Augenblicken Wachs auf das eine Ende des Papiers um den Botschaft zu verschließen. Mit seinem Siegelring markierte er noch den Absender um es dann gleich dem nächsten Boten in die Hand zu drücken.
Eiswyn
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Re: Eine Botschaft an den Anführer.

Beitrag von Eiswyn »

Eiswyn war gerade unterwegs von Bree über Hobbingen zur Auenländer Siedlung, als sie durch einen Boten angehalten wurde. Der Bote überreichte ihr ein staubiges, zusammengerolltes Stück Pergament, fest verschlossen mit einem Siegel. "Von Ristredin... Immer wieder beachtlich, wie diese Boten einen überall auf der Welt finden. Woher wussten die, dass ich im Auenland unterwegs bin?", dachte sie sich. Dem Boten warf sie ein paar Münzen zu und bedankte sich. Den Brief steckte sie in die Tasche und ritt weiter zur Siedlung Zweigbau. Dort angekommen, machte sie sich auf den Weg zur Bachuferstrasse 1, einer Unterkunft einer Freundin, die sie zur Erholung und Entspannung nutzen darf.
Eiswyn warf ihre Säcke in eine Ecke und machte sich kurz daran, die Feuerstelle anzuzünden, bevor sie sich mit dem Brief von Ristredin in einen Stuhl bequemte.
"Südländer..." murmelte sie leise. "Verdammt, Eiswyn, streng dich an! Waren das Südländer in dieser Reisegruppe?". Sie schüttelte den Kopf, stand auf und durchsuchte die Höhle nach Schreibutensilien. Als diese gefunden waren, versuchte sie, sich die Situation nochmals zu verinnerlichen und fing an, einige Zeilen zu verfassen.
Werter Meister Ristredin

Ich muss Euch enttäuschen, denn ich habe keine Antwort zu Eurer Frage ob die kleine Reisegruppe südlicher Herkunft war. Es war schlicht zu schlechtes Licht, zu früh am Morgen und ich habe der Reisegruppe keine besondere Beachtung geschenkt. Mein Hauptaugenmerk lag bei dem bewusstlosen Mann auf der Strasse von Bree. Ich dachte immer, Bree sei ein freundlicher Ort, schliesslich gastieren dort auch Halblinge.
Die Reisegruppe bestand aus etwa fünf gut ausgerüsteten Menschen. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, so trugen alle bis auf einen Waffen auf sich - zumindest sah ich bei demjenigen keine Waffen. Ob es sich bei den Menschen um Frauen oder Männer handelte kann ich nicht sagen.
Ich möchte Euch nicht beunruhigen, doch möglicherweise wurde ich beobachtet, als ich Euch wieder auf die Füsse half. Auf meiner Reise von Bree ins Auenland hatte ich das starke Gefühl, beobachtet und verfolgt zu werden. Ich weiss mich zu wehren und bin keine ängstliche Person. Als ich die Brücke zum Auenland überquerte ist dieses ungute Gefühl verschwunden. Ich werde die Augen offen halten, sollte ich in nächster Zeit in Bree vorbeikommen, doch wäre es hilfreich, wenn ich wüsste nach was.

Eiswyn
Nach dem verfassen des Briefs faltete sie diesen zusammen, liess sich anschliessend auf das herrliche Bett fallen und gab sich ihrer Müdigkeit hin. Am nächsten Tag ritt Eiswyn nach Michelbinge und händigte den Brief einem dort warteten Postboten. "Dieser Brief sollte in aller Eile zu Ristredin. Ich glaube, er verweilt in einer der Breeländer Siedlung. Ein kräftiger Mann, braune Haare, Bart".
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Ristredin
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Beitrag von Ristredin »

Zweite Tage hatte er in Stadel und Bree verweilt bis er sich wieder zurück nach Schwarzwall begab. Mitten in der Dunkelheiten, dann wenn die Augen mehr zur Behinderung werden. Auf dem großen Kartentisch fand er die letzten Botschaften, die eingegangen waren. Eine Botschaft lag weiter weiter abseits der anderen und ein kleiner Zettel gab den Namen Ristredin zu lesen. Gemächlich entfaltete er den Brief und begann zu lesen. Müde von den letzten Tagen, nahm er sich das nächste unbeschriftete Papier und begann zu schreiben.
Westu Eiswyn Hal

Mit Dank habe ich Euren Brief erhalten.
Das Aussehen der Gruppe ist nicht von äußerster Wichtigkeit. Sollten sie es wirklich auf mich und meine Gemeinschaft abgesehen haben, so werden sie sicherlich ein zweites Mal zuschlagen.
In diesen Zeiten sind viele Menschen bewaffnet, ob die Information weiter hilft kann ich nicht sagen. Aber, wenn vielleicht wahrlich einer unbewaffnet war, dann ist vielleicht er der erste wichtige Hinweis. Denn ich wurde nicht mit Waffen sondern mit Dämpfen nieder gerungen.
Die Frage, nach wem ihr ausschauen sollt, ist für mich selbst schwer zu beantworten. Wenn ihr Euch beobachtet fühlt, so weicht in große Menschenmenge aus. Diese sollten genügend Schutz und Tarnung bieten. Sollte Euch auffallen, dass der Verfolger aus dem Süden des Königreiches Gondor stammt, ihre Haut ist oft dunkler gebräunt als in diesen Landen, sucht besser erst einmal Schutz auf. Entweder bei einer nächsten Wache oder in meiner Gemeinschaft. Unsere Hallen stehen in Schwarzwall, recht mittig auf einem Hügel. Unser Wachturm dürfte auch aus der Ferne zu sehen sein.

Es ehrt mich natürlich, dass Ihr mich einen Meister nennt, doch bin ich lediglich ein Reiter Rohans und in der Kriegsführung gebildet. Auch mein Wissen in der Kochkunst und im Bestellen eines Feldes ist nicht so herausragend, dass ich den Titel Meister verdient habe. Mein Anführer verdient jenen, nicht ich.

Ich wünsche Euch sichere Wege in diesen Zeiten.
Ferthu Eiswyn Hal.
Die Botschaft versiegelte er wieder und legte sie zu den anderen Nachrichten, die das große Haus verlassen sollten. Der nächste, der den Weg nach Bree nahm, würde sie mitnehmen.
Eiswyn
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Re: Eine Botschaft an den Anführer.

Beitrag von Eiswyn »

Die Zeit im Auenland erheiterte Eiswyns Gemüt. Sie fing gerade einen Fisch, den sie noch an Ort und Stelle ausnahm. Ein herrliches Mittagessen. Zusammen mit ein wenig Gemüse und Kartoffeln wird dies ein prächtiges letztes Essen im Auenland. Zum Glück musste sie nicht selber kochen, denn das ist etwas das sie nie lernte. Eiswyn begnügte sich meist von den kleinen Dingen, die ihr die Natur schenkte. Nach dem Fang schlenderte sie noch eine Weile am kleinen See entlang und schlug dann einen Weg Richtung Bachuferstrasse 1 ein. Eine Behausung, die sie schon bald verlassen wird. Gerade als sie die grosse runde Türe aufmachen wollte, bemerkte sie die Botschaft, die unter die Fussmatte geklemmt wurde.
"Ristredins Siegel", murmelte sie leise. "Wie passend, kurz vor meiner Abreise". Sie pfiff kurz, um ihrer Nachbarin ihre Ankuft zu signalisieren, trat ein und legte Stiefel und Anglerausrüstung gleich neben die Türe. "Zuerst ein kleines Nickerchen, dann essen, lesen, abreisen". Gerade als sie sich eine kurze Zeit aufs Bett gelegt hat, scheppert und kracht es. Eiswyns Augenlider zuckten und öffneten sich schliesslich. "Warum können Hobbits nicht ruhig kochen...". Sie stand auf und half in der Küche. Zumindest konnte sie das Gemüse schneiden und die Kartoffeln pellen.
Ihre Nachbarin verabschiedete sich gleich nachdem das Essen gekocht war, jedoch nicht ohne den Grossteil des Essens in zwei Körben abzutransportieren. Ein Handel, den Eiswyn gerne einging, denn so bekam sie immernoch mehr als genug zu essen und konnte es erst noch geniessen.
Nach dem Essen setzte sie sich vor die Feuerstelle und nahm Ristredins Botschaft. Ein mulmiges Gefühl beschlich sie, als sie wieder an die Verfolger aus Bree dachte. Kopfschüttelnd öffnete sie das Siegel und las die Botschaft. Leise murmelte sie "Pff das hilft natürlich... Dunkelgebräunte Menschen aus dem Süden des Königreiches Gondor... es gibt viele Südländer, die heutzutage durch Bree streifen. Wie soll ich da unterscheiden wer gut und böse ist?" Der Verfolger war wohl sowieso nur Einbildung, denn sie hat ihn weder gehört noch gesehen, aber immerzu gespürt, dass da etwas da ist.

Eiswyn verliess die Auenländer Siedlung auf ihrem Pferd Mandalagor, ein prächtiger Grauer. Die Reise über Buckelstadt nach Waldhof und schliesslich nach Stock verlief ohne Zwischenfälle. Vor der Weiterreise nach Bree liess sie Mandalagor kurz rasten, liess ihm Futter bringen und trank noch ein kräftiges "Weidenwinder Alt" im Goldenen Barsch. Sie erkundigte sich bei Herrn Gruber, dem Gastwirt, ob er Neuigkeiten aus dem Osten hat. Osten ist die Richtung, die sie einschlagen wollte, über Bree, die verlassene Herberge und noch weiter ins Land der Trolle. Der Gastwirt blinzelte ein paar mal, erzählte über einen neuen Tanz von dem er erfahren hat und wie hoch die Steuern in Bockland sein sollen. Eiswyn nickte ihm freundlich zu, bezahlte das Bier und liess ihm noch ein paar Münzen für die netten aber unbrauchbaren Geschichten zurück. Nach dem verlassen des Gasthauses sattelte sie Mandalagor und preschte über die Brandyweinbrücke, als sie sofort wieder dieses beklemmende Gefühl der Beobachtung spürte. Eiswyn schaute nicht zurück, sondern eilte Richtung Bree, wie ihr empfohlen wurde. War es ihre Einbildung? Als sie in Bree ankam, war es bereits dunkel. Sie entschied sich im Pony zu übernachten und mietete sich zwei Zimmer. Eines unter Eiswyn, das sie nicht nehmen würde und das andere unter dem Namen ihrer Freundin Nielwyn, einer elbischen Freundin, mit der sie damals aus Rohan nach Bree kam. Die Erinnerung an Rohan und damit ihren Vater löste sogleich einen stechenden Schmerz in ihrer Brust aus. Sie schüttelte die Gedanken beiseite und nahm das Zimmer von Nielwyn. Die Nacht, in der Eiswyn kaum schlafen konnte, verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. "Ich bilde mir das nur ein" murmelte sie. Nichtsdestotrotz nahm sie das Pferd am frühen Morgen und verliess Bree durch das Südtor. Sie erinnerte sich an Ristredins Worte und entschied sich, die Hallen der Meigol I Estel aufzusuchen. Vielleicht weiss Ristredin, warum sie sich permanent verfolgt fühlt.

Sie schlug den Weg in Richtung Schwarzwall ein und liess Mandarb beim Eintritt in die Siedlung zurück. Sie ging erst langsam, dann immer schneller, schliesslich rannte sie, in voller Rüstung. Als Sie gerade um die Ecke rannte tauchten die Grossen Hallen der Meigol I Estel auf und am Brunnen sah sie Anrangar. Erleichtert mässigte sie ihr Tempo und rief dem Jäger zu. In der Angst, dass er ihren Namen vergessen hat, stellte sie sich mit Nielwyn vor. Anrangar schmunzelte leicht, doch liess sie sich dabei nicht beirren und berichtete ihm von ihrer Verfolgung. Auf die Frage, ob sie die Verfolger denn sehen konnte biss sie sich auf die Lippen - sie hat noch nicht einmal über ihren Rücken geschaut und musste deshalb die Frage verneinen.
Anrangar war so freundlich und lud sie ein, erstmal in die Hallen zu kommen. Er schlenderte zum Tisch, nahm einen Becher und füllte diesen mit Wasser. Danach ging er zurück zu Eiswyn und reichte ihr den Becher, welchen sie dankend annahm. Den Becher leerte sie in einem Zug und atmete einmal tief durch. Anrangar sprach sie darauf mit Nielwyn an, was sie erst verwirrte, ihr dann aber die Augen öffnete als sie ihren Fehler bemerkte. Sie korrigierte diesen umgehend und erklärte ihm, dass sie Eiswyn heisse und den Namen Nielwyn für die Übernachtung im Pony verwendet hat. Anrangar schmunzelte erneut und bat sie daraufhin, die Waffen niederzulegen, mit der Begründung, dass ihr hier keine Gefahr droht.
Eiswyn vertraute dem Jäger, den sie bereits mehrere Male traf. Es fing damit an, als sie die naive Vorstellung hatte, die Hügelgräber vom Bösen zu befreien und in Bree lautstark nach abenteuerlustigen Gefährten suchte. Daraufhin meldete sich ein Jäger und fragte sie ob sie auch einen alten Mann mitnehmen würde. Er kenne auch einige Gefährten, die mitkommen würden. Dankend nahm sie das Angebot an und lernte dabei Anrangar, Ristredin und Larelie kennen. Larelie kann sich vermutlich kaum mehr an das naive Mädchen von damals erinnern. Dies ist jedoch ein anderes Kapitel.
Schlussendlich fragte Anrangar, ob sich Eiswyn im Kampf behaupten kann. Ihre Antwort war kurz und knapp: "Selbstverständlich, wir wurden den Umgang mit Waffen schon von klein auf gelehrt". Auf die Frage, was sie hier in Bree, fernab der Heimat macht, wollte sie jedoch nicht eingehen, da dies die unangenehme Erinnerung ihres Vaters hervorrufte. Die letzte Frage war, ob sie denn Angst vor Trollen habe. Eiswyn antwortete "Ich habe den nötigen Respekt vor Trollen. Es wäre törricht, ihnen völlig ohne Angst gegenüberzutreten", woraufhin Anrangar sie in den Hallen willkommen hiess.

(ooc: Als er mir dann die Hallen aber zeigen wollte und wir gerade über die Karten schauten kam keine Antwort mehr zurück - Ihr wisst ja warum :))
Eiswyn
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Re: Eine Botschaft an den Anführer.

Beitrag von Eiswyn »

Anrangar hörte einen Ruf, entschuldigte sich kurz bei Eiswyn und verschwand nach draussen. Kurz darauf kam Ristredin herein und begann, ihr die Hallen zu zeigen. Währenddem sie noch im Eingang standen, kam eine sehr mies gelaunte Küchenmagd herein - Eiswyn bezeichnete sie fälschlicherweise als Dienerin, was sie aber nicht zu stören schien. Sie stellte sich kurz mit Laranell vor, schlenderte zum Bierfass und stürzte sogleich zwei volle Becher runter.
Ristredin blieb vollkommen gelassen und dies, obwohl er Laranell deutlich gemacht hat, hier nicht so viel zu trinken. Er setzte den Rundgang durch die Hallen fort und erklärte Eiswyn im Detail wo sie was finden kann. Als sie bei der Suppe ankamen, wusste Eiswyn noch nicht so Recht ob sie sich freuen oder weinen soll. Ristredin schien das noch zu bestätigen, als er meinte, dass Laranell noch viel lernen muss, aber gute Fortschritte macht. Sie gingen weiter ins Lesezimmer, dem wohl wärmsten Ort in dem grossen Gebäude. Der Weg führte nach oben, vorbei an dem Wappen der Meigol I Estel und weiter hinauf ins Gästezimmer. Das Gästezimmer war sehr herzlich eingerichtet und aufgrund der langen Reise bevorzugte Eiswyn, gleich hier zu übernachten. Sie war sehr angenehm überrascht, wie vertraut diese zwei Männer mit ihr umgingen und fühlte sich hier wohl und geborgen. Nur zwei Sachen machten ihr an diesem Abend Sorgen. Laranell, eine griesgrämige Köchin, die ihr wohl das Leben hier zur Hölle machen wird - und die Südländer.
Ersteres stellte sich jedoch sehr bald als überhaupt kein Problem dar. Eiswyn traf Laranell eines Tages und entschuldigte sich wegen der harschen Bezeichnung als Dienerin. Laranell hatte das bereits vergessen und war sehr freundlich zu Eiswyn. Als schliesslich noch Aendis, eine stolze Kriegerin dazustiess, entschieden sich die drei Frauen, ins Pony zu gehen. Auf dem Weg dorthin lästerte Laranell unentwegt über diese Ratten, von denen es zu Hauf im Pony gibt. Kleine miese Ratten, die alles wegfuttern. Es war ziemlich bald klar, dass von Halblingen die Rede war, die gerne im Pony Einzug hielten. Als sich die drei gerade unterhielten und sich einander bekannt machten, torkelte ein Halbling in den Raum, immernoch mit mit Fellumhang bekleidet. Er watschelte auf die Bank und legte sich nieder, schreckte jedoch sogleich auf, als er das Flüstern von Eiswyn zu Laranell vernahm, dass hier gerade eine Ratte reingekrochen kam. Nervös suchte er unter seiner Bank und spähte in den Raum. Als er jedoch keine Ratte entdecken konnte, liess er sich erneut auf der Bank nieder. Eiswyn trieb das Spielchen weiter und flüsterte Laranell zu, dass die Ratte sogar ein dickes Fell hat. Daraufhin wälzte sich der Hobbit erneut unruhig hin und her, stand auf und suchte erneut nach der fiesen Ratte, die sich hier hereingeschlichten hat. Es stellte sich heraus, dass er einer der wenigen mutigen Hobbits ist, die beim Anblick einer Ratte nicht davonlaufen, sondern einen dicken Knüppel hervorholen, um diese zu erlegen. Schockiert weiteten sich seine Augen, als ihm Laranell weis machte, dass hier im Pony gerade in letzter Zeit sehr sehr viele Ratten sind. Schlussendlich fühlte er sich gezwungen zu handeln und verabschiedete sich mit den Worten, dass er einen Wagen besorgen werde, um die Ratten, die er erschlagen wird, abzutransportieren.
Den drei Frauen tat der arme Kerl schon fast etwas Leid. Nach einem Blick nach draussen, bot Eiswyn Laranell an, sie zurück in die Hallen zu begleiten unter dem Vorwand, dass es doch recht gefährlich sei, zu solch später Stunde alleine herumzuziehen. Laranell liess sich dazu überreden, meinte jedoch, dass sie noch nie Probleme hatte. Eiswyn war froh, nicht alleine den Weg nach Schwarzwall anzutreten.
In den Hallen angekommen, verabschiedeten sich die drei Frauen. Laranell ging sogleich nach oben, Aendis verweilte noch kurz in den Hallen und Eiswyn machte es sich vor dem Kamin gemütlich, als ihr der letzte Brief von Ristredin in den Sinn kam. Sie stand auf, holte sich etwas zu schreiben und verfasste eine kleine Botschaft. Diese legte sie behutsam zu den anderen Botschaften, markierte sie mit Ristredin und beschwerte sie mit einem dort liegenden Gegenstand.
*Meister* Ristredin

Ich sprach nicht von einem Meister der Landwirtschaft oder der Kochkunst. Ich wusste weder, dass Ihr das eine noch das andere beherrscht. Ich sprach von Euch als Person. Ich bin noch jung, unerfahren und habe erst wenige Schlachten geschlagen. Wenn ich Euch gegenübertrete, spüre ich, dass ihr ein Veteran seid, ein Meister im Umgang mit Waffen. Ein Meister, der eine gewisse Kraft versprüht. Ein Meister, von dem ich gerne lernen würde.
Von den Südländern fehlte bislang jede Spur. Weder spürte ich seit meiner Ankunft in den Hallen das Gefühl der Beobachtung noch konnte ich diese Gruppe ausmachen, die ich damals sah, als ich Euch auf dem Boden in Bree liegen sah. Vielleicht war das Ganze auch nur ein Streich meiner Sinne.

Eiswyn
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Beitrag von Ristredin »

Der steinige Weg von Bree in die Sippenhalle. Auf viele hunderte Meter ein Aufstieg, vorbei an der Grenze des Moors hinein in die Siedlung. Seit Jahren der Selbe. Anders als die Tage, die hinter dem Bau lagen. Jeder verschieden, jeder veränderte die Perspektive, die man noch zuvor hatte, wieder. Dabei gab man den Tagen stets die wiederholenden Namen. Ein Irrtum. Sie sind nie die selben. Ein Name, der nicht den Erlebnissen des Tages gerecht wird.

Die Halle war dunkel, kein Licht strahlte mehr. Nur die große Feuerstelle brannte. Ein kurzes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Heute, er konnte sich nicht einmal erklären warum, war er dankbar, dass er diese Hallen bewohnte. Vielleicht auch dankbar, dass es ihm immer noch so gut ging. Er entledigte sich dem Mantel, sodass er nur noch ein kurzärmliges Hemd trug. Die Hand streichte über die beiden Buchstaben, die auf seinem linken Oberarm tätowiert waren. Ein Wort, dass ihm erst in das Herz gebrannt war und nun in den Arm. Die Zeit war die Flamme gewesen.
Aus seinem Brustbeutel zog er einen Zettel, den er im Gasthaus von Bree verfasst hatte. An Anrangar war er adressiert. Nun, hier in den Hallen, fiel ihm auf, dass er ihn versiegelt hatte. Eigensinnig, wenn er nur auf dem Tisch Platz finden sollte keinen Weg zurücklegen würde. Gut sichtbar lag er nun auf dem Kartentisch. Einen weiteren Brief fand er weiter hinten. Sein eigener Name war klar zu erkennen, die Schrift ihm nach den letzten Nachrichten bekannt. Warum ein Brief, wenn sie mich nun öfter sieht?

Er nahm sich den Brief und lies sich vor dem Feuer nieder. Meister, das Wort lass sich fremd. Sie kannte ihn nicht. Seinen Namen, seine Stimme, sein Aussehen. Mehr war es nicht. Sie ist jung, das schreibt sie selbst. Vielleicht auch nicht der Tragweite ihrer Worte bewusst. Schon einmal hatte er sie darauf hingewiesen, als sie ihm ihre Hilfe anbot, wenn er sie brauchen würde. Vertrauen braucht Zeit.
Ein weiteres Lächeln veränderte seine Gesichtsmimik. Auch sie schien dankbar über dieses Haus. Vielleicht aber auch nur von der Kraft, die er und die anderen ausstrahlten. Das Vertrauen, dass zwischen ihnen bestand. Ein Vertrauen, das wuchs und sie nach all der Zeit wieder zusammenführte. Eine Kraft, die der Feind nicht einschätzen kann.

Er stand auf, holte sich Papier und Schreibmaterial und begann auf dem Kartentisch zu schreiben.
Eiswyn,

Es ist mir eine Ehre, dass Euch diese Hallen das Gefühl von Schutz und Geborgenheit geben. Gefühle, die ich in dieser Zeit für selten halte. Auch erfreuen mich Eure Worte über mich. Dafür will ich danken. Wissen, welches unser Gemeinschaft nützt, gebe ich an jeden, der sich dafür bereit fühlt, weiter. Nur braucht der Umgang mit dem Schwert und die Kunst der Waffenführung einen starken Willen und die Bereitschaft Wissen anzunehmen. Für den Umgang mit Pfeil und Bogen möchte ich Anrangar erwähnen. Kein Mann vieler Worte aber ein treuer Gefährte und ein Gelehrter seiner Waffen.

Wenn ihr Euch dafür bereit fühlt, dann sprecht mich und Anrangar an. Euch soll Wissen nicht verwehrt sein.

Ristredin
Er schloss den Brief mit dem Wachs einer weißen Kerze, sein Siegel ließ er aus. Mit dem Wort Eiswyn markierte er den Adressaten.
Aufgestanden, wand er sich den Schlafraum zu. Es war Zeit, etwas Schlaf zu finden.
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