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Schildert Erlebtes oder berichtet über Abenteuer aus der Sicht Eures Charakters.

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Ristred
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Das Nachtlager

Die Fackeln an der Straße, unweit von ihrem Nachtlager, spiegeln sich in seiner Klinge, die vor seinen Füßen liegt, wider. Er hatte sich hingesetzt und das Schwert vor sich gelegt, als er ihr versprochen hatte, diese Nacht das Lager und vor allem sie zu schützen. Sie stimmte bereitwillig zu. Es überraschte ihn, wie schnell sie ihm vertraute, sie in eine Gegend zu begleiten, aus der sie noch vor Tagen geflohen war. Einem Fremden, den sie spät am Abend in einem fast leeren Gasthaus traf. In Edoras, einer Stadt groß genug, dass sich nicht jeder kannte. Und nun schlief sich nur wenige Armlängen vor ihm. An derselben Stelle, wo sie allein aufgewacht war.

Er zieht den Umhang enger um seinen Körper. Der Tag war milde, hatte gar angenehme Temperaturen. Dennoch ist ihm kalt. Vielleicht war es auch die Müdigkeit und die doch lange Wegstrecke. Sicherlich eine körperliche Erschöpfung, da die letzten zwei Tage seine Tagesplanung vollkommen geändert hat. Oder doch die Erinnerungen an seine eigene Suche, die nie ihre Antwort gefunden hatte und so nun wegen dieser Suche wieder wachgerufen ist.
Knechte und Mägde seines Vaters, vielleicht auch Eomods, würden sich um seinen Hof kümmern. Um seine Pferde. So hatte es ihm ein Knecht seines Vaters versprochen, als er die aus Edoras gebrachten und in hellbraune Jutebeutel eingepackten Hufeisen, auf seinem Hof entgegennahm. Es war die erste Reise, in die er ohne eines seiner Pferde aufgebrochen war. Die Zeit war kurz gewesen. Knappe Abschiedsworte an Andwis, Maew und Eagor, bevor er seine Rüstung anlegte und den Hof wieder verließ. Auch wenn er sich auf halber Wegstrecke gewünscht hätte, seine Hunde mitgenommen zu haben, wachten Asca und Myne nun weiterhin auf seinem Hof.

Die Fremde; er kennt nicht einmal ihren Namen noch sie seinen, hatte vor zwei, (oder waren es drei?) Tagen, das Gasthaus betreten als er gerade den Jutebeutel, gut gefüllt mit Hufeisen, auf den Boden vor dem Tresen geworfen hatte. Der daraus entstandene Knall ließ sie aufschrecken und ihre Münzen verlieren. Die Erinnerung ließ ihn schmunzeln. Sie hatte seine Frage nach einer Durchreise bejaht. Nur am nächsten Morgen zum Markt, Vorräte besorgen und weiter. Ihre Wunden im Gesicht, klare Schnitte, nicht mehr am Bluten aber noch frisch genug, um auf den ersten Blick aufzufallen, erzählten von einer hastigen Reise oder einer Flucht.

Ihre Gesichtsmuskulatur scheint verspannt. Jetzt, wo sie vor ihm schläft, kann er die Wunden ruhiger betrachten. Sie mussten schmerzhaft gewesen sein. Vielleicht waren sie es immer noch. Sie hatten sich tief in ihr Fleisch versenkt. Die Risse sind immer noch rot vom getrocknetem Blut. Von einem Dornenbusch. So hatte sie es erzählt. Sie hatte gerade dort ihren Schlaf gefunden. Er schüttelt den Kopf. Wie groß muss die Müdigkeit, die Erschöpfung gewesen sein, dass ein Mensch gerade dort seinen Schlaf findet? Er kann nicht erkennen, ob sie, gerade wegen der Umstände, nun tief schläft oder nur vor sich hin döst. Im Gasthaus hatte er an ihrer Erzählung und ihrem Verstand gezweifelt. Sie wirkte auf ihn wie eine Geschichte, um von anderem abzulenken. Aber sie verneinte seine Nachfrage, ob ihr Unheil droht. Unheil innerhalb der Mauern Edoras. Er hatte ihr einige Hinweise gegeben, wie sie diese Wunden behandeln konnte, damit sie nicht zu Narben werden. Zumindest nicht alle. Im Gasthaus war ihr auch seine aufgefallen. Ein Dolch oder eine große Dorne. Die Antwort durfte sie sich aussuchen.

Sie war in das Gasthaus gekommen, um einen Führer zu finden, der sie sicheren Weges zurück in die Festung Rimmon führen konnte. Ihr Reisegefährte sei dort verschwunden. Trotz Tage des Wartens, kehrte der Begleiter nicht mehr zurück. Ihre Suche bleib ergebnislos. Er kennt die Wege dorthin. Auch abseits der Straße, wenn es notwendig ist. Am nächsten Morgen, so hatten sie vereinbart, wollten sie aufbrechen.
Warum ist dieser Gefährte verschwunden? Er konnte schlecht geraubt worden sein. Eher wäre sie mitgenommen worden, als er. Er sei kein Kind gewesen, das hatte sie ihm versichert. Seine Zweifel an ihrer Geschichte wuchsen zu diesem Zeitpunkt noch mehr. Dennoch hat er sie hier hergeführt.

Er wickelt sich tiefer in seinen Umhang. Die Feste ist noch immer dicht besiedelt. Selbst in den späten Nachtstunden standen Wachen am Tor. Ein unfreiwilliges Verlassen wäre ihnen sicherlich aufgefallen. Doch niemand konnte der Frau damals berichten, dass sie etwas Ungewöhnliches beobachtet hätten. Keine Anhaltspunkte an ihrer Geschichte konnte er finden außer die Wunden im Gesicht. Aber als sie erwähnte, dass ihre Pferde auch in dieser Nacht verschwanden, geriet er ins Stocken. Sie waren in der Tat zu Fuß gereist. Ungewöhnlich für diese lange Strecke. Nur warum sollte ihr Reisegefährte gleich mit zwei Pferden das Nachtlager verlassen? Wohin? Pferdediebe, so war eine ihrer raschen Überlegungen. Nur warum sollten Pferdediebe gleich auch noch den Mann mitnehmen, wenn er nicht selbst an die Beute teilhaben wollte?

Je mehr er darüber nachdenkt, so eher kann er ihre Zweifel verstehen. Vielleicht sollte er darauf achten, dass sie sich nicht in ihrer Verzweiflung verliert. Ist es an ihm, ihr zu verstehen zu geben, dass sie ihren alten Begleiter nicht verloren hat, sondern, dass sie verlassen wurde? Nur wie? Sollten sie nach ihrem Pferd suchen? Ist hier die emotionale Bindung größer als zu einem Reisegefährten? Vielleicht kann sie besser sein Verlassen verstehen, wenn sie ihr Pferd wiederfinden könnten. Verlassen, nicht verloren. Vertraut sie ihm noch, wo er nur Zweifel an ihrer Geschichte geäußert hatte? Zu diesem Zweifel hat er bis jetzt nur beigetragen. Auf ihre Nachfragen über ihn hatte er stets nur knapp geantwortet. Vielleicht ist es nun an ihm, ihr Vertrauen in ihn zu stärken.

Er hat die ganze Nacht Zeit zu überlegen, wie ihr nächster Schritt sein könnte. Sein Blick bleibt wieder auf ihrem Gesicht mit seinen Wunden hängen. Eine kurze Hoffnung spürt er in sich aufkommen. Sie haben ihr Ziel erreicht und, wie er vermutet hatte, ist der Rastplatz verlassen. Sie ist aber noch nicht verloren.
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Ristred
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Trennung

War er so gewesen? Die Erinnerung ist nebelig. Der Stress fraß damals die Wahrnehmung, die Wut verdrängte die restlichen Gefühle. Doch hat er jemals mit jemanden über seinen Verlust gesprochen? Mit Egin, daran kann er sich erinnern. Zu Zweit saßen sie im Truppenhaus. Spät in der Nacht, kurz vor dem Sonnenaufgang. Egin hatte ihm seine Sorgen mitgeteilt, wie nah er der neuen Rekrutin zu kommen schien. Er, der doch verheiratet ist. Damals wollte er Egin nicht belügen. Er erzählte ihm, wie er versagt hatte, seine Frau zu beschützen. Die Rekrutin etwas Ähnliches durchgemacht hat. Die Erfahrung verband sie, doch niemand wollte den verlorenen Partner des anderen ersetzen. Es war das einzige Mal, dass er mit jemanden darüber gesprochen hatte. Er hatte, gefühlt wochenlang, auf ihr gemeinsames Bett geschaut, auf den Küchentisch, auf die Decken und Kissen vor dem Feuer. Gesucht in den Erinnerungen, wo der erste Schritt zum Untergang lag. Vorwürfe gesehen, wo er nur hinschaute, dass er nie das Offensichtliche erkannte habe. Nur Egin und er sind die Eingeweihten, da ist er sich sicher.

Der Mond steht im Zenit, der Himmel ist wolkenfrei und gibt die Sicht auf die hellen Sterne frei. Er hebt den rechten Arm hoch. Wenn er den Unterarm richtig anwinkelt, kann das Mondlicht auf seine Armschienen fallen und die Gravuren in eine neue, fast silberne, Farbe erscheinen lassen. Mächtiger Eberschädel durchstoßen durch eine Klinge, der Ort gen Süden. Das Wappen seiner Familie, seiner Herkunft. Schon seine Vorväter konnten sich nicht mehr erinnern, ob das Wappen zu Ehren Folcas entstanden war oder schon vor dessen Zeit bestand. Die Nähe zum Firienwald ließ beide Theorien schlüssig erscheinen.
„Für einen Händler seht Ihr recht kriegerisch aus.“ So beschrieb sie ihn gestern Abend. Er wäre gern als Händler und Landwirt aufgewachsen, der regelmäßig seinem Nachbarn Eomod bei der Zucht hilft ohne hinter seinen Rücken schauen zu müssen, ob Orks die Weiten der Fenmark brandschatzen. Früh musste er lernen, wie man mit dem Schwert und dem Pflug umgeht. Schwertkampf; zu Beginn war es nur ein Spiel. Zwischen ihm und seinen Vater. Ab und an auch mit Eomod. Und, wenn sie dachten, dass die Eltern nicht schauen, auch mit Éawyn. Ein Spiel, bis die ersten Orks vor den Höfen standen und mit den Eored kämpften. Trauriger Höhepunkt der immer häufiger auftretenden Angriffe war der Tod Eomunds. Die Ostmark hatte ihren Marschall verloren, Aldburg seinen Herrn.

Und nun begleitet er die Fremde in die Richtung aus der die Orks die letzten Jahre stets kamen, auf der Suche nach ihrem Begleiter, der wichtiger schien als ihre Sicherheit und scheinbar auch ihre Vernunft. Er ist nicht am Ort, wo er sie verlassen hat. Soweit haben sie beide es begriffen. Sie selbst kann sich nicht entscheiden, was sie tun soll. Ratlos. Verzweifelt. Sie kann keinen Grund finden, warum er sich nicht mehr an diesem einen Ort befindet. Warum sollte er sie auch verlassen wollen? Vielleicht ging er, damit sie ihm nicht folgen konnte? Nur wohin? Vielleicht nahm er deshalb ihr Pferd mit, um es dann an einer saftigen Weide abzustellen? Vorstellungen hatte sie viele, als er die Suche nach ihrem Pferd vorgeschlagen hatte. Er schüttelt den Kopf. Warum sucht sie ständig nach Gründen? Vor den Toren könnte sich ihr Pferd befinden. Die Grasflächen sind ausgiebig. Vielleicht finden sie bei ihrem Pferd weitere Hinweise auf den Gesuchten. Wenn nicht? Dann hat sie zumindest wieder ihr Pferd zurück. Warum gehen sie nicht einfach auf die Suche, ohne den Grund zu hinterfragen, weshalb ihr Pferd nicht mehr bei ihr ist. Was helfen die Fragen, wenn die Antworten so unerreichbar scheinen?

Am Tor im Morgengrauen. Dort soll er sie auffinden. Er muss kurz lachen. Kurz ist ihm der Gedanke gekommen, ob vielleicht dieser Erik sie bewusst verlassen hat. Er eher vor ihr geflohen ist. Vielleicht hat ihre Suche keine guten Intentionen. Aber dann würde auch er nur nach Gründen suchen. Es ist besser zu entscheiden, wenn die Frage mehr als nur eine Vermutung ist. Am Tor im Morgengrauen. So soll es sein.
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Ristred
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Münzwurf

Er muss zweimal am Griff seines Schwertes ziehen, während sein Fuß den Korpus auf dem Boden fixiert, bis die Klinge sich aus dem Brustkorb des Orks lösen will. Selbst tot grinst das Gesicht noch abscheulich. Die Zähne scharf wie bei einem Raubtier, das Zahnfleisch dunkelrot bis schwarz. Ohren und Nase entstellt. Die Haut ledrig und in einer Farbe zwischen braun und grün. Die blutigen Augen strahlen noch immer diesen Hass aus, der sie Kinder, Frauen, Alte und Männer abschlachten lässt. Selbst die Klauen halten noch verkrampft das grob geschmiedete, an den Kanten eingerostete Schwert fest. Eine Waffe, die jede Wunde entzünden ließ. Die Rüstung ist nur eine dünne dunkelgraue Platte, verdreckt und wie das Schwert am Rand bereits eingerostet. Bloße Massenanfertigung, einfacher Schutz ohne je einen Schwertstoß aufhalten zu können. Wer auch immer diese Orks hierher befiehlt, er legt nicht viel Wert auf deren Leben. Nahe vor sich hört einen Aufprall. Ketten prallen gegen verstärktes Leder. Ein Mann stützt sich auf Händen und Knien vom Boden ab. Das verdreckte, schulterlange blonde Haar verdeckt sein Gesicht. Seine Brustrüstung ist auf der linken Seite von Brusthöhe bis zur Hüfte aufgerissen. Das Leder gebrochen, das Kettenhemd gesprengt. Blut nimmt deren Platz ein. Vor dem Gestürzten baut sich ein Ork auf. Starrt wie ein Henker vor seinem finalen Urteil auf den verletzten Soldaten. Doch bevor der Schafrichter sein Urteil vollziehen kann, trifft ihn am Hals ein Pfeil. Kurz darauf ein zweiter Pfeil in die Brust und ein dritter im Bauch. Auch er selbst will dem Verletzten helfen und eilt ihm zu. Aber der Orks zischt nur noch seinen letzten Atem aus. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als den sterbenden Ork auf den Boden zu stoßen. Sofort kniet er sich zum Verletzten und rolle ihn vorsichtig auf seine Oberschenkel. Er will ihm Mut zusprechen aber die weit aufgerissenen Augen verraten das Schicksal des Verwundeten. Nach zwei Atemversuchen, die in einem Gurgeln enden, stirbt sein Waffenbruder.

Er schreckt auf. Schweiß läuft ihm über die Stirn, sein Herz schlägt im Hals. Ein stechen in seiner Brust macht sich breit. Er ist komplett außer Atem aber es ist still um ihn. Die Straße hinter ihm ist leer, nur die Fackeln beleuchten den Wegesrand und die Wachen weiter weg am Eingangstor. Für die dritte Nacht war er wieder hier hergekommen. Er ist sich gar nicht bewusst, warum gerade hier. Vielleicht weil es die einzige sichere Übernachtungsmöglichkeit war, die er auf dem nahestehenden Hügel sehen konnte. Und nun ist er wieder auf dem Lagerplatz, wo sie ihn hinführte, als sie die Feste zum ersten Mal betraten, nur dieses Mal alleine.

Osten. So hatte die Münze entschieden. Oder besser gesagt, so hatte die Fremde entschieden. Er selbst hatte nicht auf seine Hand geschaut, die die Münze gehalten hat. Westen hätte er entschieden. Nicht in die Richtung des dichten Waldes. Niemand würde dort freiwillig hinlaufen. Doch ist nicht er auf der Suche, sondern seine Reisegefährtin. Also liefen sie das Flussufer des Anduin entlang, bis sie das Tor des Waldes durchschritten. Nicht weit gekommen, fand er die ersten Anzeichen der Druedain. Ein Volk, das diesen verwinkelten, dunklen und dichten Wald seine Heimat nennt. Eine Statue aus dunklem Stein. Sie bildet ein menschliches Wesen ab. Reduziert auf einen dicken Bauch und einen runden Kopf mit leeren, weit aufgerissene Augen und offenem leeren Mund. Er konnte ihr bestätigen, dass von ihnen keine Gefahr ausging. Dennoch entschieden sie sich im Schutze eines breiten Baumstammes und großer Findlinge ein Nachtlager zu errichten.
Es war nicht von Dauer. Wieder brach ein Streit über die Suche, dem Zeitraum und dem Grund aus. Nur dieses mal erfuhr er, dass sie den Gesuchten liebt. Warum? Warum führt ein Mann eine Frau durch ein Gebiet, dass seit Jahrzehnten von Orks geplündert wird? Wie kann ein Mann seine Liebe so in Gefahr bringen? Und, wie kann der Verdammte sie hier nur alleine lassen? Alleine seine eigenen Erinnerungen lassen seine Hände verkrampfen. Sie packen sofort nach seinem Schwert, bis er sich gewahr wird, dass es nur seine eigenen Erinnerungen sind.

Er kann hören, wie die Fremde sich ihm nähert, nachdem sie sich im Wald von ihm entfernt hatte. Ihre Stimme klingt zittrig. Hatte sie geweint? Sie sprechen und argumentieren wieder. Seine Gedanken heften immer noch an seinem Traum. Als sie schweigt, spricht auch er kein Wort mehr. Soll er aufstehen und einfach wieder heimkehren? Wieder zurück in die Fenmark. Zurück in das Land, in dem er aufwuchs. Er schließt die Augen. Er kann die Fremde leise atmen hören. Sie sitzt wohl wieder am Baumstamm. Er versucht nicht hinzuhören und es wird wieder leise um ihn.

Seine Mutter lacht, als er sie schon wieder nach dem blauen weiten Meer fragt, nach den Häfen, wo sie doch so oft war. Den Schiffen, die in der Weite vom Blau verschluckt werden. „Die Häfen stinken nur nach Fisch und das Krächzen der Möwen wird ihm schnell die Nerven rauben“. So antwortete sie ihm jedes Mal. Aber wenn sein Geschwisterchen bald geboren ist, dann werden sie nach Mundburg und im Anschluss an die Küste reisen. Seine Hände berühren den schwangeren Bauch seiner Mutter und seine kindliche Stimme lacht vor Vorfreude.

Nein, noch wird er nicht heimkehren. Den Kindheitswunsch des jungen Ristreds will er erfüllen. Damit dieser kindliche Teil in ihm endlich seinen Frieden findet. Danach kann er zurück. Zurück zu seinem Hof, zurück zu den Grundstücken seines Vaters, zurück in sein Land. Es verteidigen, bis auch seine Zeit gekommen ist, die Stimmen verstummen und er erhobenen Hauptes die Hallen seiner Väter betreten kann.
Die Fremde kann ihn eine Strecke des Weges begleiten. Wie weit ist ihm gleich. Er hat sein Versprechen ihr gegenüber eingelöst. Ihre Suche und ihr Schutz sind nicht mehr sein Ziel. Diesen nächsten Weg geht er mit dem Traum des kleinen Ristreds. Dem Wunsch, den seine Mutter nicht mehr erfüllen konnte.
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Ristred
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Reflexion

Sonnenlicht spiegelt sich auf den Wellen des Anduins wider, die in einem ruhigen regelmäßigen Rhythmus gegen den Hafenpier stoßen. Das Wasser ist zu verdreckt, um das Flussbett erkennen zu können. Vier Schiffe sind in diesem Teil des Hafens geankert. Die Segel eingeholt, die Decks leer. Hinter ihm kann er das Treiben anderer Menschen hören. Fischer, die ihre Ware handeln, Handwerker, die Taue reparieren. Kinder, die hinter den oberen Treppen spielen.
Stein auf Stein. Wie Minas Tirith besteht die gesamte Stadt aus Stein, selbst die Türen der Häuser. Die Boote mit ihrem Schiffskörper aus Holz sind die einzige Ablenkung. Und hier zwischen den Schiffen, am Ende des Hafens, kann er die Mündung des Anduin sehen. Es ist nicht mehr weit bis zu den Stränden des Meers.

In den letzten Tagen hatten sie viel seiner spontan geplanten Strecke hinter sich gelassen. Durch den Druadan Wald. Ungeplant durch den nördlichen Teil, weil Orks ihnen den gepflasterten Weg versperrten. Doch sie fanden einen Pfad und direkt an einem Fluss, eine Raststätte für die Nacht. Am nächsten Tag waren sie früh aufgebrochen und konnten Minas Tirith noch im Tageslicht erreichen. Eigentlich wollte er die Familie seiner Mutter besuchen, doch war diese wieder auf Reisen. Die Sehnsucht nach dem Süden ließ seine Großeltern nie lange in der Stadt verweilen. Doch eine Rückkehr nach Südgondor scheint in diesen Zeiten des Hasses nicht mehr möglich zu sein. Aber sie beiden fanden ein Gästehaus nicht weit ab vom Tor. Die Fremde ging gleich zu Bett, er selbst wollte nach den vergangenen Tage etwas anderes als Wasser trinken und für morgen sicherstellen, dass er frisches Brot bekam. Bis Anarch will sie reisen. Laut seiner Karte liegt diese Stadt nicht allzu weit von den Feldern Pelennors. Sie blieben noch einen Tag und brachen im Schutz der Dunkelheit auf. An einer Wegesskreuzung blieben sie stehen. Links führte der Weg am Anduin entlang. Rechts führte der Weg zu einem Ort, der auf seiner Karte mit dem Namen Imloth Melui beschriftet war.

Blühende Bäume und Rosen überall. Es war als wären die Bäume um den Stein der Mauern und Häuser gewachsen. Keine Schäden auf der Straße, keine Spur, dass das Gestrüpp je verwelkt war. Einen solchen Ort hatte er noch nie gesehen. So vielen Rosen hatte er noch nie gesehen. Er weiß bis jetzt nicht, wie er diesen Duft beschreiben soll. Seine Anspannung war aus seinen Muskeln gewichen, seine Gedanken schwiegen. Für einen Moment vergaß er, was ihn fast sein ganzes Leben plagte. Da war dieser Frieden, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Er konnte die Augen schließen und sah endlich keine leeren Augen, keine Brände, keine Wunden, keine Leichen, keine Orks mehr. Er konnte die Augen schließen und seine Eltern lachen hören. Ihn selbst, wie er in tanzendem Schritt um sie herumwirbelte. Die Hand seiner Mutter spüren, die ihm sanft durch sein Haar strich. Seinen Vater beobachten, wie er sein Steckenpferd schnitzte. Dieses Gefühl der Vorfreude spüren, dass er bald nicht mehr das einzige Kind seiner Eltern ist.
Die Fremde hatte etwas zu erledigen. Er hoffte zu Beginn, dass sie dabei mehrere Tage brauchen würde aber stellte selbst allzu schnell wieder fest, dass diese innerliche Ruhe für ihn zur trügerischen Ablenkung werden würde. Die Gefahr, dass er vergisst, was er sich geschworen hat. Was für ein Eorlinga wäre er, wenn die Fenmark fällt und er in der Ferne war, unbesorgt dem Duft der Rosen erlegen. Einzelne Tränen drängten sich durch seine geschlossenen Augen. Tränen der Trauer, die sich durch die Erinnerungen breit machte. Aber er konnte sich wieder fangen und kurze Zeit später stand die Fremde wieder hinter ihm und wieder folgte Streit. Sie ging vor, wollte ihn nicht mehr aushalten. Er blieb stehen. Für einen Moment wollte er sich innerlich von dieser Stadt verabschieden, dann ging er selbst los nur, um die Fremde gleich in der ersten Kurve wartend wieder zu treffen.

Sie trafen nur kurze Zeit später in Arnach ein. Doch anstatt sich von ihm zu verabschieden, weil sie an ihr Ziel gekommen war, ging die Reisegefährtin mitten durch die Stadt durch, ohne auch nur an eine Stelle stehenzubleiben. Hinter Arnach wählte sie auch nicht die Straße hinab zum Anduin, sondern eine Straße, die in Richtung Gebirge führte. Verwundert war er stehen geblieben und sah auf seine Karte. Sie ging vom Ufer des Flusses weg. Irgendwas konnte hier nicht stimmen. Erst ignoriert sie Arnach, dann wählt sie auch noch eine Strecke weg vom Anduin? Er drehte sich misstrauisch ab und nahm die Straße parallel zum Anduin und erreichte so Pelargir alleine.

Und jetzt steht er hier am Hafen und schaut in die Richtung der Mündung und weiß nicht weiter. Angst hat ihn beschlichen. Angst vor sich selbst. Angst diesen letzten Schritt zu gehen. Was ist, wenn er den letzten Wunsch des kleinen Ristreds erfüllt? Lässt er ihn damit los? Den Jungen, der ihm immer wieder in den kalten Nächten zuwinkt und lächelt. Der den Halifieren hinauf sehen konnte und anfing zu träumen. Der gespannt auf die Zukunft war, der Vertrauen in anderen Menschen fand. Der jeden Tag lachte. Der Hoffnung hatte. Der das Wort Frieden spüren konnte. Was wird er dann sein? Was wird danach von ihm übrig bleiben? Nicht mehr als nur Hass und Schmerz? Er kann keine Antwort finden. Keine Antwort, die sonst sein Schwert herbeiführen kann. Also steht er hier an diesem Hafen, an dem seine Mutter als kleines Kind Gondor erreichte.
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Ristred
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Lebewohl

Unter einem blauen Himmel und strahlender Sonne springen die dünnen kleinen Beine immer wieder aus dem blaugrünem Meereswasser. Nur eine kurze hellbraune Leinenhose trägt der Junge, gleich unterhalb seines Knies mit einer Schnur festgezurrt. Die schulterlangen blonden Haare sind von den ganzen sprunghaften Bewegung durchnässt, doch dem Grinsen in seinem Gesicht tut es nicht ab. Immer wieder formt er mit seinen kindlichen Händen eine Kelle und wirft das Wasser über sich in die Höhe, sodass es für kurze Momente über ihm regnet. Bis er plötzlich stehen bleibt und das Meereswasser über seinen Knöcheln mustert. Weißer Schaum sammelt sich um sein Bein und überdeckt schon bald seine Füße. Er geht in die Knie und streift mit seinem rechten Zeigefinger über den Schaum und leckt diesen vom Finger ab. Von dem überraschend salzigen Geschmack muss er sich kräftig schütteln. Doch riecht das Wasser auf salzig? Zurück am Strand, kniet sich so vor das Ufer, dass seine Knie sich in den trockenen Sand bohren seine Hände sich aber in dem Nass abstützen können. Sein Blick fährt das Meer hinauf bis es im hellen Horizont verschwindet. „Ristred“. Die Stimme seiner Mutter ruft seinen Namen. „Ristred“. Er sucht das Meer ab aber ein salziger Windstoß zwingt ihn die Augen zu schließen. Sein Oberkörper drückt nicht mehr auf seine Arme. Die Schwerkraft hält ihn nicht mehr fest. Der Wind treibt ihn hinaus in das Blau, das niemand vom Land aus sehen kann.

Er kann die Tränen in seinen Augen spüren. Sie kamen, als seine Hand das Meerwasser berührte. Als seine Hand den Sand unter dem Wasser spüren konnte. Die Emotionen wachten in ihm auf, sobald sie hinab zum Strand gingen. Als sie Bündel, Armschienen und Handschuhe abgelegen zieht er sich deshalb die Kapuze seines Umhanges über. Diese Emotionen gehören ihm und dem jungen Ristred. In dem Moment als der Wellenschaum seinen Unterarm umschließt kann er eine lang nicht mehr gespürte Freude fühlen. Eine Belastung, die er über Jahre mit sich trug, wie verkrampft versucht hatte zu schützen, löst sich mit dem Wasser von seinem Körper. Nicht schmerzhaft, sondern erlösend. Den Schritt, auf den er als Kind hin gefiebert aber die letzten Jahre gefürchtet hatte, hat er nun endlich hinter sich gebracht. Ein kurzes Lächeln zeichnet seine Lippen. „Wir haben es geschafft. Lebewohl.“.

Die Fremde hat sich einige Schritte weiter oben am Strand niedergesetzt. Ihr Jacke und Schuhe liegen bei ihren abgelegten Utensilien: Bündel, Armschienen, Handschuhe und nun auch Umhang und Kapuze. Sie waren sich noch immer fremd. Nur wenig hatten sie sich gegenüber Preis gegeben. Sie wusste, wo seine Heimat liegt, sein Vater in der Ostfold lebt und Mägde und Knechte beschäftigt. Er hatte von ihrer Großmutter erfahren, eine Heilerin im Imloth Melui, die auch dort verstarb. Die ihr das Handwerk lehrte. Und ein Vater. Ob dieser noch lebt, hat er nicht erfahren. Ihre Namen kennen sie immer noch nicht. Und doch haben sie es bis hier hergeschafft. Sein Ziel. Ob ihr irgendwann bewusst wird, was sie für ihn getan hat? Hier an den Ufern Belegaers. Sie hat ihn nicht allein gelassen, als er sich von seiner unter Hass und Wut vergrabenen Kindheit verabschiedet hat.

Ihr Ziel der Reise kann er nicht nachvollziehen. Es scheint kein Ort zu sein. Die Dörfer und Städte, die sich erwähnt hatte, haben sie alle durchschritten. Vielleicht ist es eine Flucht vor ihr selbst? Oder eine Flucht vor ihrer Vergangenheit? Warum war sie dann hier? Sie, bevor sie zu ihrer Großmutter zog, an den Küsten Dol Amroth aufgewachsen war. Eines scheint deutlich zu sein: Sie sieht das Meer mit anderen Augen, ganz ohne die kindlichen Vorstellungen seiner Jugend.

Sturmesbrüllen, Möwenschrein
widerhallt von Fels und Stein.
Gischt sprüht von den hellen Klippen,
netztet salzig deine Lippen.
Wo Meereskraft das Land zerfrisst,
da schmeckst du, Tochter, was Freiheit ist.

Dies waren die Worte ihres Vaters gewesen, wenn beide an den Klippen Dol Amroths standen. Nun sind es ihre Worte zu ihm. Ein ehrfürchtiger Blick auf die Freiheit. Von der Natur gegeben, nicht von den Völkern Mittelerdes. Vielleicht versteht er diese Worte genauso falsch wie auch die Fremde. Sie wolle zu seinem Gefallen gehen, damit er sie endlich loswird. Doch auch wenn er ihren Worten widerspricht, so zieht sie doch weiter, ohne ein Ziel zu nennen. Die Entscheidung ist ihr frei, soviel hat er ihr gesagt. Sobald die Dunkelheit der Nacht die Frau verschluckt, wendet er sich dem Meer wieder zu. Es ist der Tag des Abschiedes. Leise flüstert er: „Lebewohl“.
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Münzlandung

„Ich habe euch vor einigen Tagen, vielleicht mag es auch eine Woche her sein, schon einmal hier gesehen. Zusammen mit Ellj, nicht wahr?“, war der erste Satz mit dem er nach seine Rückkehr in Imloth Melui begrüßt wurde. Wie lange war er dort das erste Mal gewesen? Einen halben Tag? Wohl eher weniger. Und doch wurde er erkannt. Nicht einmal seine Kapuze hatte ihn genug verborgen. Und nun zum zweiten Mal? Dieses Mal ein halber Tag? Wohl auch nicht. So sehr er den Ort mochte, Ruhe konnte er hier scheinbar nicht finden. Doch der Name, den ihm die Dame nannte, kannte er damals noch nicht. Sie stellte sich als Heilerin vor, die auch die Großmutter der ehemals Fremden kannte. Einig, ob sie nun von derselben rothaarigen jungen Frau sprachen, wurde sie wegen dem alten roten Bündel, das sie überall hintrug. Einen Brief der Großmutter sollte in die Hände Elljs. Sie sollte ihn eigentlich bei ihrem ersten Besuch in der Rosenfeste erhalten aber ihr Aufenthalt war ein kurzer gewesen, da stimmte er ihr gedanklich zu. Nun fand sie nur ihn vor und er war alleine. Aber sie hatte eine Vermutung, wo er seine, vor einem Tag verabschiedete, Reisegefährtin auffinden würde: wieder gen Osten. „Linhir. Haltet euch von dort in Richtung Nordosten. Irgendwann stoßt ihr auf einen kleinen See inmitten eines Waldes“, so beschrieb sie den Weg.

Am See fand er sie, nachdem er ihn fast einmal umlaufen hat. Hätte er doch die Heilerin nach der Seeseite gefragt. Auch seine Beine hätten es ihm gedankt. Wie erwartet war sie erschrocken, dass er ihren Namen kannte. Aber nur so konnte er sich sicher sein, dass er den Brief der vorgesehenen Frau überreichte.

Jetzt sitzt er hier und fragt sich, was passiert wäre, wenn er den Brief nicht sofort angenommen hätte, sondern die Heilerin um ein oder zwei Tage Bedenkzeit gebeten hätte? Wenn er die Kräuterkundige für einige Zeit begleitet hätte, rudimentär ihr Handwerk lernen. An ihrer Seite gewesen wäre. Würde er dann mit dem Schwert auf dem Schoß hier im kleinen Waldstück sitzen und zwischen den Baumstämmen nach Verfolgern schauen?

Die Botschaft, die er Ellj überbracht hatte, war beunruhigend. Immerhin hatte sie für einige Momente gute Laune, war es ihr sogar zum Scherzen zumute, bis sie das Schreiben las. Aber für eine Weile konnte er eine junge Frau sehen, die sich mal nicht sorgte, die sich nicht in unerwünschten Situationen wiederfand. In all den Wochen der Anspannung war ihr Grinsen und ihre Albernheiten eine wohltuende Abwechslung. Doch nun berichtete der Brief von Verfolgern. Von einer Flucht. Eigentlich von Zweien. Ihre und die ihres Vaters. Doch nach mehr als fünf Jahren waren die Spuren kalt. Sie beide aber hatten eine Hoffnung, wer ihnen möglicherweise weiterhelfen könnte. Der Weg war ihm nun allzu bekannt. Die Heilerin in Imloth Melui.

Die Starre erfasste ihn auf einen Schlag. Sie löste sich durch ein Zittern, das seinen gesamten Körper erfasste. Schweiß lief ihm die Stirn hinab. Selbst seine Hände fingen unter den Handschuhen zu schwitzen an. Seine Augen wollten sich nicht öffnen, egal wie sehr er es versuchte, sie wirkten wie zusammengewachsen. Im Brustkorb und selbst im Schädel hämmerte sein Herz, es fiel ihm schwer zu atmen. Dieses Stechen in der Brust, als hätte man ihm ein Schwert durch den Oberkörper gestoßen.
Weit aufgerissene Augen, Blut der geplatzten Äderchen, das sich durch das Weiß der Lederhaut Blitz-förmig verbreiten. Ein stummer Schrei zwischen den Lippen, die nicht mehr zusammenfinden werden. Wie ihn sonst seine sterbenden Waffenbrüder anstarrten, so durchbohrte nun der Blick der Heilerin ihn. Ein weiterer stummer Schrei zu all den anderen, die ihn nicht Ruhen lassen. Doch war das hier kein Schlachtfeld, es war in Imloth Melui. Nirgends Blut auf dem Gras, kein verbrannter Geruch, kein auflodernder Hass, der ihn jeden Ork, der nicht mehr fliehen konnte, in den Tod quälen ließ. Hier lag nur sie. Die roten schmalen Abdruckspuren um den gesamten Hals, sonst keine offensichtlichen Wunden. Sie war wohl erwürgt worden. Ein Tod, heimtückisch und das Opfer wehrlos. Hier konnte er nichts mehr tun, außer das Papier nehmen, das sie in ihrer geballten Faust hielt. Es war Zeit zu gehen, Ellj zu finden und sicherstellen, dass sie nicht dasselbe Schicksal erleiden muss.

So sitzt er nun mit ihr hier, sein Schwert auf dem Schoß. Von Bäumen umgeben, vor neugierigen Blicken verborgen. Und doch die Augen zurück Richtung Osten gerichtet. Ob er will oder nicht, er wurde mit Ellj und mit der Heilerin gesehen. Wer auch immer diese beiden verfolgt, er gehört nun zu den Gesuchten dazu. Und nun soll er sie beide vor einem Phantom schützen? Als Eored versteht er sich auf das Jagen und Töten von Orks und menschlichem Abschaum. Jenen, denen er im Gesicht ablesen konnte, dass sie nur Hass und Tod sahen. Aber wie erlegt man ein Phantom, das kein Gesicht hat?
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