Eine wichtige Pflicht und Bürde

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Anrangar
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Eine wichtige Pflicht und Bürde

Beitrag von Anrangar » Do 8. Jan 2009, 17:59

Anrangar strich sich über den Bart, er hatte sich ein Stück Pergament zurecht gelegt und wollte gerade einen Brief an die Handwerkgilde „Amboss und Feder“ aufsetzen. Doch viele Gedanken und Sorgen hatten sich in letzter Zeit breit gemacht, nicht zu Letzt wegen den Erfahrungen die er gemacht hatte und die sich nun zu wiederholen schienen. Es raubte Anrangar den Schlaf und die Kraft. Er lehnte sich vorerst zurück blickte im schummrigen Zimmer umher, es war ruhig in dem kleinem Haus und dunkel. Die Kerze erlosch, der Himmel musste bewölkt sein, denn selbst das Mondlicht schien nur schwach durch das Fenster und brachte so die Schatten der Blätter der Bäume nur leicht ins das Zimmer. Im Dunkeln öffnete er das Schubfach der Kommode die in der Nähe des Tisches stand und holte eine neue Kerze heraus. Anrangar stand auf bahnte sich seinen Weg mit der Kerze in der Hand durch die Tür in Nebenzimmer wo der Kamin noch schwach brannte. Er entzündete die Kerze und ging zurück ins dunkle Zimmer. Das kleine Licht der Kerze erhellte kurz den aufgehängten neuen Ringpanzer, als er an ihm vorbei ging. Das war das Ergebnis, ja es war der Grund in Form eines fassbaren Gegenstandes der ihm eine Last auf band, eine Last die er tragen musste. Es war der Ringpanzer des Heeres Gondor und er war nun einer davon, nicht einfach nur ein einfaches Mitglied, nein er sollte die neuen Anwärter ausbilden, prüfen und letztendlich zurecht stutzten, so wie es wohl im Heere Gondors üblich war. Da kam schon ein weiteres Problem auf ihn zu, war es denn überhaupt üblich? Anrangar fühlte sich unsicher und auch hätte er sich lieber einen anderen Posten gewünscht, denn es lag ihm eigentlich fern anderen Befehle und Prüfungen aufzuerlegen, jemand zu Prüfen aufgrund von rein objektiven Kriterien. Das war nicht seine Art, er versuchte eher nach dem Herzen zu urteilen und weniger des Verstandes her, doch er musste sich nun wohl daran gewöhnen und seine Rolle so spielen wie es verlangt wurde. Denn er wollte Celestiel nicht enttäuschen, sie war stets zur Stelle gewesen, in schweren Zeiten, in Annuminas und Evendim. Anrangar schloss die Augen, eine Gänsehaut überkam ihn, als die Gedanken an jene Zeit wieder in ihm aufkamen. Die Narben dieser Zeit waren verheilt, auch wenn sie sichtbar waren, doch die Bilder in seinem Gedächtnis würde wohl nie wieder verschwinden. Er würde Celestiel nicht enttäuschen und würde all seine Kraft geben um seinen Posten so gut es ihm möglich war auszufüllen. Auch wenn ihn die Erfahrungen etwas anderes lehrten, die mit seinem Posten einkehrten. Es war wie in der Gemeinschaft, die er und sein Bruder Grimgard anführten vor langer Zeit, diese Gemeinschaft zerbrach für ihn, denn der Zusammenhalt beruhte irgendwann nur noch auf Grund von strengen Befehlen. Dies so schien es ihm kam nun wieder auf ihn zu. Es war keine schöne Zeit hier in Eriador, manchmal wünschte er sich, er wäre nicht mit seinem Bruder aufgebrochen. Er hatte viel verloren seit dem Aufbruch aus seiner Heimat, zu erst seinen Bruder - ob er noch lebt, das fragte sich Anrangar sehr oft – und dann seine eigene Tochter samt Frau.

Anrangar setzte sich wieder an den Tisch nachdem er die Kerze auf den Tisch gestellt hatte und begann nun endlich den Brief zu schreiben.
Werte Herren,

vor einstiger Zeit war ich ein Gast in eurem Hause bei einer Versteigerung, so bekam ich mit, dass ihr ein Verbund von Handwerkern seid. Ich möchte euch einen Auftrag erteilen, ich benötige zwei Kisten voll mit unterschiedlichen Werkzeugen für die Baustelle von Herrn Dornlag. Sägen, Hammer, Äxte, Hacken und zwei Ambosse.

Ich werde persönlich im voraus euren Lohn in euer Haus bringen. Die Waren werden von einigen Anwärter für unseren Heerestrupp aus Gondor zu einem anderen Zeitpunkt in eurem Hause abholen.

Hochachtungsvoll,

Anrangar Traengadur
- Heeresführer -
(Quelle)

Anrangar faltete sorgsam den Brief und versiegelte ihn mit blauen Wachs. Das Siegel zeichnet sich als Form eines Baumes ab. Er würde die Tage einen Boten veranlassen den Brief in die Siedlung Wodesfurch im Breeland in der Hochstraße 1 zu bringen.

Noch immer nachdenklich, auch über die Worte der Elbe mit der er vor langer Zeit das Blut getauscht hatte, strich er sich erneut über den gewachsenen Bart, irgendwann würde er wieder die Ruhe finden ihn sich ab zu rasieren und begann seine Pfeife zu rauchen.
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