Alte Briefe über einen großen Verlust

Geschichten und Berichte vergangener Tage.

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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:35

Lunawey hat geschrieben:Sie trat zu ihm ans Feuer, doch war es tiefere Nacht, die sich um ihre Seele legte, als sie näher an Anrangar zu ihm. Die Kälte seiner Augen drangen tief durch die Ihren.

"Algosta... Nun bin ich hier. Doch trübt des das Mondlicht und die Sterne, wenn ich dich so sitzen sehe..."

Langsam liess sie sich neben ihn nieder ans Feuer, sanft seine Hand ihn Ihre legend, fest umschlossen mit dem stummen Ruf, von dem sie hofft, dass er ihn erreicht: Du bist nicht allein...

Ihre Stimme ist ruhig und flüsternd, kaum mehr als der Wind, der sich durch das Tosen des Wasserfalls schiebt, während ihr Blick auf ihm ruht, weder erwartend noch fordernd, sondern mit der ganzen Liebe, die eine Schwester ihrem Bruder zu geben vermag.

"Ja, die Nacht ist wunderschön. Das Mondlicht spiegelt sich im Wasser wieder, die Welt ist verstummt. Nur einzig deine Stimme ist es, die ich vernehmen will. Welche Geschichte willst du an diesem Abend erzählen?"
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:35

Anrangar lächelt leicht, als er die Wärme ihrer Hand spürt. Mit ruhigen Stimme und einem gespielten Lächeln auf den Lippen antwortet er ihr.

Kennst du die Geschichte Amroth und Nimrodel ? hmm was frage ich... du kennst sie bestimmt. Es schöne Geschichte, ich wünschte ich könnte wenigsten Versuchen in das tosende Meer zu springen um wenigsten die Hoffnung zu haben sie zu erreichen, doch leider bleibt mir selbst nur diese Hoffnung verwehrt.

Traurig senkt Anrangar seinen Blick, er senkt langsam seinen Kopf, fast erstarrt sitzt er da.
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:36

Lunawey hat geschrieben:Nachdenklich und still betrachtet sie ihn, Sekunde um Sekunde, die Verzweiflung seiner Selbst mit jedem Sinn erfassend. Die Hand, die eben noch auf seiner ruhte wandert hoch und streicht ihm die Haare hinter das Ohr; eine Geste, fast wie eine Mutter es bei ihrem Kinde tut.

"Und doch drohst auch du zu ertrinken... Es wiegt schwer in deinem Herzen, was geschehen ist. Dein Licht scheint zu erlöschen. Doch wenn du nun alle Hoffnung von dir wirfst, wird niemals wieder das Feuer brennen, was unser Stern am Himmel ist. Mein Stern. Sei stark und beständig, gwanûr, auch wenn dein Herz sie nicht erreichen kann, so kannst du für sie leben und kämpfen, in ihrem Namen. In Valar garai gemb hîs or enîa. Auch wenn sie dir in dieser Stunde so unendlich fern sind..."
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:36

Tief atmet Anrangar zitternd ein und aus, als er ihre Hand auf seiner Wange spürt. Sein Schmerz wird weniger, die quälenden Fragen, sie werden weniger und er stellt ihr weitere Fragen, die ihm die Hoffnung stehlen. Langsam schließt er die Augen und läßt sich fallen bevor er seine Fragen in Worte faßt.

Woran soll ich noch glauben ? In wen soll ich noch meine Hoffnung stecken ? Wie soll ich solch eine Bürde, den Tod meiner Tochter, tragen ?
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:37

Lunawey hat geschrieben:"Es ist nicht ihr Tod, der endlich ist, so ist es dein Lebensmut, der ebenso weiter gehen muss. Sie lebt in dir und mit dir, trägt dein Herz weiter Stunde um Stunde, Tage, Wochen und Monate, durch dein Leben und schenkt dir Kraft. Niemals wird sie dir fern sein, auch wenn ihr Körper es nicht mehr sein kann. Lebe für sie, für das Lächeln auf ihrem Gesicht, für die Hoffnung derer, die ebenso Verlust und Leid ertragen mussten. Kämpfe für eine Welt, die besser ist, die verhindern kann, dass Unschuld zu Unrecht gerichtet wird.
Die Bürde... wirst du alleine tragen müssen, aî. Doch liegt es an mir, dir ein Stück davon abzunehmen und dir zu helfen, weiter auf deinem Pfad zu gehen. Du bist nicht allein, Anrangar, mein Herz und meine Seele werden den Schmerz auffangen, so gut es geht."


Ein aufmunterndes Lächeln, durch den flackernden Schein des Feuers gegen ihren Bruder gerichtet. Aber auch hinter ihren Augen blickt dunkel die Trauer um das, was nicht zu verhindern war. Die Hand, die eben noch auf seinem Gesicht lag, legt sich um seine Schultern, ihn aufzufangen, zu halten und versuchend, die kalten Winter, der ihn umfängt, für nur einen Moment auszusperren.
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:37

Anrangar spürt die Wärme die Lunawey ihm spendet, Ruhe und Geborgenheit, welch schöne Gefühle, waren sie ihm, wenn er ehrlich zu sich selbst ist, schon seit Ewigkeiten trotz seiner Frau fern geblieben. Er sammelte Kraft und Hoffnung aus diesen Gefühlen die er in ihren Armen spürte, Kraft, klare und ernst Fragen zu stellen.

So soll ich mein Herz freigeben von jenen die eins mein Leben waren? Meine Strafe akzeptieren, die Er mir auf erlegt hat, weil ich fern seinen Weges gegangen bin? Hoffnung in jene setzen, die zu mir stehen und mich

Anrangar setzt sich auf und schaut in ihre Augen.

gar lieben ?
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:37

Lunawey hat geschrieben:Scheinbar hatten ihre Worte sein Herz erreicht; das Licht der Hoffnung schien zu keimen in seinem Blick. Die Elbin lächelte.

"Gib frei, was du bereit bist freizugeben. Auch wenn eure Wege sich trennen, so werden beide immer ein Teil dessen sein, was du fühlst, denkst und tust. Ein offenes Herz ist stets bereit für das, was noch kommen wird, um es zu meistern. Der Tod der Unschuld war keine Strafe, Anrangar. Es soll dir ein Aufzeigen sein, für das Dunkel, was Mittelerde umfängt. Ihre Liebe zu dir, rein und weiss, wird dir leuchten jeden Tag, ihre Seele auf dich niedersehen und ihre Hand über dich halten, sodass du in den schwersten Stunden aus ihr neuen Mut fassen kannst.
Hoffnung ist das, was man daraus macht, gwanûr. Du hast Viele, die dir folgen, dir nahe sind und ihr Schwert und Wort für dich einsetzen. Liebe sei dir gewiss, sie umgibt dich überall wo du deine Schritte hinlenkst. So auch meine. Und zusammen streiten gegen die Ohnmacht birgt mehr Stärke in sich, als du es jemals erwarten kannst.
Du wirst SEINEN Pfad nur verlassen, wenn du dich aufgibst. Hebe dein Haupt und gehe stolz vorran. Ich ehre dich für die Taten, die du bisher vollbracht hast, und deine mellyn tun es ebenso. Das Band, was aus Blut geschmiedet wurde, wird ewig halten. Und auch die unausgesprochenen Eide, die ihr euch gabt, sind stärker als alles Mithril dieser Welt."


Eine kleine Geste nur, doch mit tiefer Bedeutung für sie Selbst, nimmt sie seine Hand, die Handfläche nach oben gedreht und legt ebenso ihre auf Diese. Das Zeichen des Schwures, den sie sich in Celondim gaben, verbunden zu einem Ganzen. Auch wenn man an ihr keine Narbe sehen kann, so ist sie spürbar präsent.

"Gwaedh ì agar. Uireb."
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:38

Anrangar läßt seine Hand langsam hinabgleiten, er streicht dabei zärtlich über ihre Handfläche. Er schaut zu Boden und fährt sanft über die Gräser mit seiner Hand.

hîr en eryn, lin ion no dan a mab lin amarth
(Herr des Waldes, dein sohn ist zurück und nimmt dein schicksal an)

Er schaut Lunawey an, seine Augen funkeln im Mondlicht, als würde ein kleines Glitzern in seinen Augen erzittern, was etwas Licht in die tiefe Dunkelheit bringt.

Dann soll es wohl so sein oder ?

Leicht zögerlich stellt er diese Frage, ungewiß sind seine Gefühle noch, etwas taub irren sie in ihm hin und her. Anrangar runzelt leicht die Stirn, ob es eine Feststellung ist oder wieder eine Frage, läßt sich schwer heraushören...

In der schwärzesten Nächten erkennt man seine wahren Liebenden, wenn sie einem ihre Hand reichen und in der anderen Hand eine Fackel halten.
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An nìn gwanûr

Beitrag von Anrangar » Fr 2. Jan 2009, 23:38

Lunawey hat geschrieben:"So werden sie dir den Weg leuchten. Erhebe dich Anrangar, Sohn des Waldes. Stehe aufrecht und mutig dich dem entgegen, was da kommen wird. Das Licht hat die Dunkelheit verdrängt."

Vorsichtig nimmt sie seinen Kopf zwischen ihre Hände; ein kaum spürbarer Kuss auf die Stirn ist das Siegel ihres Vertrauens in ihm. Das funkeln seiner Augen wohlwissentlich deutend hebt ihr Blick sich zu den Sternen empor.

"Eine wunderschöne Nacht... eine Nacht zum Geschichten erzählen. Die meine wird vom Sohn des Waldes handeln, der den Schatten bekämpfte und siegreich hervorging. Meine Lieder werden noch lange über ihn klingen, auch wenn er schon nicht mehr auf dieser Welt wandelt."
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