Der letzten Verantwortung bewusst

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Ristredin
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Der letzten Verantwortung bewusst

Beitrag von Ristredin » Do 14. Okt 2010, 14:55

Ein erster Schritt
Die Regentropfen, die sich die ganze Nacht dem Boden zuwandten, zwingen die Blätter der großen Eiche nachzugeben und das Regenwasser nicht mehr der Erde fernzuhalten. Der morgendliche Nebel lässt den Baumstamm nur erahnen, wenn man weiß, wo er steht. Durch die Steinkamine ist das Haus in Schwarzwall gemütlich warm und regt den Mann in der Lederrüstung nicht dazu an, die Feuer gegen den kalten Morgen einzutauschen. Nur die Tage verstrichen, ohne dass sie das Breeland jemals verlassen hatten. Jeder Morgen, der hier vergeht, lässt die Route der Reise nur gefährlicher werden.
Nur drei. Drei auf einem Weg, den er alleine nie beschreiten würde. Drei Schwerter, womöglich gegen tausende. Gebiete, die er nie betreten hatte. Gefahren, die er nur es Geschichten und Aufzeichnungen kennt. Wesen, die er sich nicht vorstellen kann.

Langsam richtet sich der Mann auf. An dem Stuhl, auf dem er saß, lehnt sein Schwert und über den Stuhlrücken liegt sein Umhang sorgsam gefaltet. Seit dem gestrigen Abend ist der Kartentisch, im hinteren Teil der Halle, frei von jeglichen Gegenständen und nur noch ein Pergament, eine Feder und ein Tintenfass liegen aneinandergereiht. Unter dem vorletzten Mond standen sie hier noch. Drei von ehemals vielen. Niemand konnte sagen, wo ein anderer ist, wie es ihm ergangen war, ob er noch der Meigol i Estel die Treue hält.

An einem Abend in Schlucht traf er auf Anrangar und weitere Tage später auf Egin. Vor zwei Tagen waren sie nach langer Zeit wieder gemeinsam in diesen vertrauten Hallen. Bis tief in die Nacht berieten sie, was die Vergangenheit verraten hatte, und wie sie dieses Wissen für die Zukunft nutzen wollen. Egin, ihr Anführer, konnte die Verantwortung, die die Meigol i Estel seit ihrer Gründung besitzt, nicht verwerfen. Es war viel verloren, doch nicht alles. Die Reise war in derselben Nacht beschlossen. Beide waren bereits nach Schlucht aufgebrochen. Der letzte Treffpunkt vor der Reise. Nur er war noch geblieben. Die Hoffnung, noch weitere Schwerter für diese Unternehmung zu finden, war in ihm nicht erloschen. Doch der Moment seiner Abreise war gekommen. Vielleicht würde eine Nachricht die Anderen erreichen. Seit die Dunkelheit eingebrochen war, hatte er nur noch diese eine Idee, die Anderen zu finden.

Der Federkiel tropfte nach dem eintauchen noch kurz bevor er die Feder auf dem Pergament ansetzen könnte.
Wir sind wieder versammelt. Egin und Anrangar sind bereits nach Schlucht aufgebrochen. Ich werde ihnen heute folgen, doch in zwei Tagen noch einmal zurückkehren. Sollte einer von euch diese Notiz lesen, so schreibt euren Namen und Aufenthaltsort auf dieses Pergament oder wartet auf mich. Wir werden jede Unterstützung benötigen.
Fertu Hal

Ristredin
Sollte diese Information niemanden finden, so bleibt ihr nur noch das Feuer und dem womöglich kleinen Rest der Meigol i Estel eine unbekannte Gefahr.

Eingehüllt in seinen Kapuzenumhang und das Schwert an der rechten Seite befestigt, verlässt ein Mann in brauner Lederrüstung das große Haus in Schwarzwall. Nur einige Augenblicke später verschluckt ihn der Nebel.
Kelim Kaltschmied
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Kelim Kaltschmied » Fr 15. Okt 2010, 18:06

Die Stunden vergingen und der Tag mit Licht und Sonne erkämpft sich mühevoll seinen Platz.
Auf dem gepflasterten Weg hinauf zum Stammhaus der Gondorschen Truppe sieht man eine
Gestalt ruhigen Schrittes bergauf wandern. Hin und wieder blitzt eine seiner Äxte das trübe
Sonnenlicht zurück. Vor der Eingangstür bleibt sie stehen und klopft an.
Als sich nichts rühren will hört man das sonore Seufzen eines Zwerges.
Er schien schon wieder gehen zu wollen, da hält er inne.
Zaghaft drückt er die Klinke und stutzt.. sie geht ja auf !

"Hallo, niemand da ?"

Langsam und sich fast wie ein Dieb in den vertrauten Hallen bewegend, geht Kelim in die
große Halle. Kamin .. Bierfaß ... Kartentisch .. Hm
Der Kartentisch erweckt Kelims Aufmerksamkeit.

"Ist richtig auf geräumt ... und was haben wir hier ?"

Er nimmt das Schreiben in Augenschein und meint Ristredins Schrift zu erkennen.
Halb lächelnd schüttelt er sein Haupt und legt den Zettel wieder hin.

Er verweilt einen Augenblick und stiefelt sodann in das Nebenzimmer auf der Suche nach Schreibzeug.
Er findet eine Feder .. und ein halbvolles Tintenfäßchen .. aber kein Papier.

Leise fluchend kommt er mit den Sachen in die Halle und schreibt unten rechts auf den Zettel von Ristredin:

"Werte Freunde.
Unser Bund, unser Wort, unsere Taten ,unsere Pflicht und die Freundschaft sind Dinge, die ein Leben lang zählen.
Ich werde da sein.
Gez. Kelim"

Sorgfältig verschließt er das Fäßchen und stellt beides neben die Nachricht ab, falls sich noch wer sie benötigt.
Dann scheint er es eilig zu haben ... gemessenen Schrittes geht er zur Eingangstür, blickt sich noch einmal um und zieht sie hinter sich ins Schloß....
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Larelie » Mo 18. Okt 2010, 11:26

Im Morgengrauen des verregneten folgetages stapft eine weitere Person den Weg zu dem Haus der Gondorschen Truppe. Der Weg ist nass und mit einigen Fützen versehen, die Stiefel der Elbin sind mit Matsch überzogen. Schweren schrittes steigt sie die Stufen hinauf zur Türe welche sie anschließend direkt öffnet.
Drinnen legt sie zunächst ihren durchnässten Mantel auf Seite bevor sie die große Halle betritt... Kurz schaut sie sich um.

"hmm... scheint ja niemand da zu sein..."

Gemütlich bewegt sie sich zum Kamin um diesen anzuzünden. Kalt ist ihr und sie muss sich aufwärmen. Mit einem knurrenden Magen dreht sie sich in Richtung der Tische. Auf dem karten Tisch erblickt sie nun denn einen zettel. Interessiert bewegt sie sich auf ihn zu.

"Nu...w as ist das denn ?"

Sie nimmt den Zettel auf und liest die Botschaft von Ristredin und die die von Kelim noch darunter gequetscht wurde. Schmunzelnd schüttelt sie den Kopf und greift in ihre Gürteltasche und holt 2 weitere, unbeschriftete blätter hinaus. Eines legt sie neben die anderen während sie auf dem zweiten mit einer feder anfängt zu schreiben:
"Meine Brüder und Schwestern im Kampf,

vieles Schlachten haben wir geschlagen und viele Siege errungen. Nach meiner langen reise allein durch Mittelerde habe ich viel gesehn und viel erfahren doch sehne ich mich erneut dannach mit mutigen Kämpfern und guten Freunden wie euch zusammen hinaus zu ziehen. Ich werde ebenfalls dort sein

le hannon
Larelie
Schmunzelt legt sie ihre nachricht zu der anderen und dem unbeschrifteten Papier. Dann reisst sie ihr knurrender Magen aus den Gedanken. Sie blickt sich um und bemerkt das scheinbar nichts essbares im Haus zu sein scheint. Der blick durchs Fenster lässt erahnen, dass es aufgehört hat zu regnen... Sie löscht das Feuer, nimmt ihren Mantel und öffnet die Türe. Kurz bevor sie hinaus geht dreht sie sich noch einmal um und lächelt. Anschließend dreht sie sich um, schließt die Türe hinter sich und geht den weg wieder hinunter.
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Ristredin » Mo 25. Okt 2010, 18:58

Aufbruch unter der neigenden Sonne
Stille, diese beruhigende Stille, sie lag noch immer in den Hallen seiner Gemeinschaft. Seit seiner Rückkehr aus Gondor war sie ihm eine Vertraute geworden, die stets da war, wenn er kam. Sie gab ihm die Möglichkeit, die Gedanken für einige Momente liegen zu lassen, die Sorgen an die geplante Reise zur Seite zu legen. Fast lautlos lehnte er die Tür in den Rahmen und betrat die Halle. Die Anordnung der Stühle, der Bänke und des Esstisches waren wie er sie verlassen hatte. Rasch sah er zum Kartentisch hinüber, auf dem nun mehr lag, als er sich erinnern konnte dort zurückgelassen zu haben. Zwei Schriften erkannte er und zwei Namen las er. Ein kurzes anheben der Mundwinkel quittierte seine Freude, dass die Nachricht Beachtung gefunden hatte. Mehr als erhofft.
Den Umhang behielt er an, als er das Kaminzimmer betrat. Bis zum Einbruch des Abends, wenn die Sonne beginnt sich rot zu färben, wollte er warten. Er wandte sich dem Stuhl in der dunklen Ecke des Raumes zu, lehnte sein Schwert an das Stuhlbein und lies sich auf die Sitzfläche fallen. Auf die Stuhllehne setzte er seinen linken Ellenbogen ab und bettete seine Stirn in die Handfläche. Ein Zwerg und eine Elbin. Den einen kannte er, seit er sich der Gemeinschaft angeschlossen hatte. Als Handwerker hatte er ihn in Erinnerung, nicht als Soldat. Doch wer, wie Kelim, in der Schmiedekunst so gebildet ist, der wird sicherlich mit diesen Waffen auch umgehen können. Dann noch die Elbe, über die er nichts weiß, bis auf ihren Namen. Er hob den Kopf an und sah auf das Bild, das ihm gegenüber hing. Larelie. Nur wenige Worte hatten sie beide je gewechselt. Nur ein Treffen fand er in seiner Erinnerung wieder.
Ein langgezogener Ruf zog sich durch die Hallen nach hinten in das Kaminzimmer. Die Stimme war weiblich und der Ruf doch recht kindlich. Kam noch wer Drittes? Nach kurzer Zeit der Überlegung entschied er sich sitzen zu bleiben und abzuwarten, selbst als der langgezogene Ruf ein zweites Mal durch die Hallen klang. Nur kurze Zeit später betrat Larelie das Zimmer in dem er saß. Nur oberflächig sah sie sich um und schritt ohne Beachtung an ihm vorbei in die oberen Räume. Ihre Gedanken waren wohl stärker als ihre Augen. Als sie die Treppen wieder hinunterstieg schien sie ihn zu entdecken und grüßte ihn freundlich.
Nun war es noch Kelim, der fehlte. Doch sie brauchten nicht viele Worte zu wechseln, bis die Stimme des Zwerges die Hallen erfüllte. Er hatte sich die Zeit über nicht verändert und er brachte Kunde mit sich. Eldatirmo sei in der Nähe und will sich so schnell wie möglich der kleinen Reisegruppe anschließen. Auch Turaleths Namen erwähnte Kelim, doch war ihm nicht bekannt, ob sie noch an diesem Abend schaffen würde. Nicht nur diese Nachricht brachte er mit. Er rief nun noch einen Namen. Garlond. Der Soldat betrat mit schwerer Rüstung den Raum. Hervorragend für den Kampf, behindernd auf einer langen Reise. Vielleicht war Garlond eilig aufgebrochen oder rechnete mit schweren Kämpfen.
Die Fragen nach dem Ziel der Reise und der Grund dafür. Ihm war bewusst, dass sie ihn fragen würden. Doch stand es ihm zu, diese auch zu beantworten? Der Weg führt durch feindliches Land und in tiefe Abgründe und mit etwas Glück auch wieder heraus. So viel wie nötig antwortete er. Moria, die größte Feste der Zwerge, nun versunken in der Dunkelheit, war das größte Hindernis auf ihrem Pfad und Kelim war von Nöten, den Weg durch das Schwarz zu finden. Die Neuigkeit schien dem Zwerg nicht zu erfreuen doch er willigte ein. Auch Garlond und der Elbe schienen diese Hallen, die die Zwerge einst schufen, nicht unbekannt. Garlond hatte es, soweit seine Informationen der Richtigkeit entsprachen, bis in das erste Lager geschafft: Delfblick. Die Elbe hatte sie sogar schon durchschritten. Er ersparte sich die Frage, ob das noch vor diesem Zeitalter war oder erst in den letzten Jahren.
Die Sonne begann den Horizont in ein rotes Licht zu färben. Es war Zeit aufzubrechen. Er schickte die drei nach Schlucht vor um Egin und Anrangar zu treffen. Turaleth, die es nicht geschafft hatte, wollte er eine Nachricht hinterlassen. Er drehte das Pergament, auf dem er die erste Nachricht notiert hatte, um und schrieb:
Dort wo das Land einsam wird und die Bäume sich aus den Augen verlieren, wo das Grün zum Sand wird und wo man sich erzählt in dem Land ist von einem Punkt das Nebelgebirge zu sehen, in dieses Land folge uns.
Die Schreibfeder legte er unter diese Zeilen, den Federkiel nach Osten gerichtet.

In Schlucht traf er wieder auf die Drei. Die Elbe kam mit einer kurzen Nachricht zu ihm.
Einen guten Morgen!
Ich war heute früh erwacht, da ich Unruhe bei den Pferden wahrzunehmen wähnte. An einem Pfosten bei meinem schwarzen Ross fand ich folgende Notiz:

Egin, der sich der aus Esgaroth nennt!

In meiner Hand befindet sich Wissen, welches ich für Euch und Eure kleine Gruppe von großem Interesse dünke. Meine eigene Sicherheit erfordert ein verdecktes Auftreten, warum, werde ich Euch nicht erklären müssen.
Heute, kurz nach Sonnenhöchststand in Schragen, auf der Terrasse auf der die Händler ihre Stände aufzuschlagen pflegen. Euch werde Ich erkennen. Ich selbst werde einen Buchhändler nach einen Werk über die Nordhöhen fragen, sobald ich sicher bin, dass Ihr alleine gekommen.
Beeilt Euch, lange werde ich nicht Warten.

Für heute unterschreibe ich mit
Herrfried


Ich bin augenblicklich aufgebrochen, wartet auf mich.
Egin
Er sah sich nach Anrangar um, doch fand ihn nicht. Dafür einen Mann, der mit seinem Weinschlauch die Leute vor dem Gasthaus unterhielt, doch auf seine Bitte sich für einige Augenblicke zurückzog und für Anrangar, der über die Terrasse auf sie zukam, Platz machte. Die Nachricht von Egin löste Verwirrung aus. Die einen wollten nach Schragen, andere auf ihn warten, wie er befahl. Noch bevor eine Entscheidung getroffen wurde kam Egin zurück. Keine Neuigkeiten hatte er mitgebracht, niemanden hatte er angetroffen. Nur die Sorge, dass jemand über sie etwas wusste, die war von nun an da. Und eine Elbin, die er noch nie erblickt hatte.

Die Sonne war nun vollends verschwunden und der Sternenhimmel breitete sich über ihnen aus. Für diese eine Nacht wollten sie noch in Schlucht bleiben.
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Ristredin » So 31. Okt 2010, 12:23

Ein schwerfälliger zweiter Schritt
Der Morgen begann anders als die Vorigen. Dieses Mal war er es, der das Morgenrot begrüßte. Der Schlaf war nur kurz gewesen. Ein Gedanken, vielleicht war es auch ein Wunsch, hatte ihn über die meiste Zeit der Nacht wachgehalten. Leise war er durch das leere Gasthaus geschlichen und stand nun seit einiger Zeit auf der Terrasse des Schluchtenflechters. Die Straßen waren leer und die Verkaufsstände noch unbestückt und eingedeckt in Leinentücher. Auch ihr Gesicht fehlte. Er hatte sich vor seiner Reise nach Minas Tirith nicht von ihr verabschieden können. Sie stand unter seinem Schutz. Sie und ihr wertvollstes Geschenk. Ein Gefühl der Schuld kam in ihm hoch. Und wieder verließ er das Land ohne sie gefunden zu haben.
Andwis, ein Geschenk seines Vaters, schien ihn zu erwarten. Der jüngste Hengst aus der Zucht seines Vaters. Maew, seine Stute, hatte er nach der Rückreise dort gelassen. Er hob den Sattel vom Stallzaun hoch und legte ihn über den Rücken seines Pferdes. Einige Wochen hatte er sich überlegt, ob er Andwis auf die Reise mitnehmen würde. Ihn vor den Toren Morias zurückzulassen war ihm nicht geheuer. Diesem Hengst aber wird er stets vertrauen können. Sein Vater selbst hatte es eingeritten. Kein anderes Pferd würde er Andwis vorziehen. Es gab eine Möglichkeit, die Pferde hinter das Nebelgebirge zu bringen. Doch dafür müsste er seine Gefährten vor Moria verlassen und sie würden ihn erst an der Grenze zwischen Lorien und dem Düsterwald wiedersehen. Aber dies hatte er noch nicht beschlossen. Vielleicht kann ihm da noch ein alter Freund weiterhelfen. Vor Moria, so hatten sie per Bote beschlossen, würde er ihn wiedertreffen. Als der Hengst gesattelt und bepackt war, betrat er wieder die Terrasse um auf die Anderen zu warten.
Kelim kam durch den Morgennebel auf der Straße von Stadel angeritten und zur gleichen Zeit betrat Egin die Ställe. Leise, doch immer noch laut genug um die Laute aus seiner Position zu hören, unterhielten sie sich einige Zeit. Es brauchte seine Zeit bis sie das Gespräch über Dampfbäder nicht mehr so ablenkte, um ihn zu entdecken. Drei, die wach waren und für die es Zeit wurde aufzubrechen. Die anderen wussten das erste Reiseziel. Sie würden sicherlich nachkommen oder lieber in ihr altes Leben zurückkehren.
Die Straße in die Einsamen Lande lag verlassen vor ihnen, sodass sie frei über die Reise reden konnten. Der Zwerg wusste dies zu nutzen und er erhielt auf seine Fragen Antworten. Für einige Momente schien es ihm so, als wäre Kelim noch in seiner alten Gemeinschaft. Der Zwerg war zurück in seinem Element.
Erst an der Verlassenen Herberge schwenkte das Thema in die verschiedenen Herrschaftsformen dieser Zeit um. Hier werden Egin und er wohl nie einer Meinung sein. Zu unterschiedlich sind sie aufgewachsen und erzogen worden.
Als zwei der Nachzügler die Herberge erreichten, begann wieder die Diskussion über die Reise, wenn auch sehr belanglos. Ihnen schien das Wetter in Moria mehr Angst einzujagen, als die Schrecken Morias. Dieses Reich war sicherlich nicht freiwillig das Heim von dunklen, verabscheuenswerten Kreaturen, denn sonst hätten die Zwerge sicherlich Khazad Dum wieder zurückerobert.
Sie errichteten in einer kleinen Kule, ganz in der Nähe der Stallunge, ihr Nachtlager. Nein, Moria war noch lange nicht zurückerobert. Er wusste es. Sein engster Freund hatte es ihm geschrieben, verfasst hinter dem Hulsentor.
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Ristredin » Mo 8. Nov 2010, 18:23

Stein aus vergangener Zeit
Der Schlaf war nicht wertvoller als die Nacht zuvor. Ihm wurde nicht bewusst, warum ihm der Schlaf geraubt wurde. Oft, hatte er Menschen zurückgelassen, jeder Kampf, jeder Schwerthieb, jeder Schritt könnte sein letzter sein. Seit seiner Erziehung wurde ihm das Bewusst gemacht und seit dieser Zeit lebte er damit. Jetzt, nach so vielen Jahren, kann ihn so ein Gedanken nicht mehr den Schlaf rauben, doch dieses ungute Gefühl blieb.

Noch unter Mondschein hatte er das kleine Lager verlassen, trieb seine Schritte zu den Wetterbergen. Erst als die Sonne schon lang hinter dem Horizont aufgetaucht war, kam er zu den Stallungen zurück. Nur die Elbe saß dort und blickte auf die alten Hölzer, die den Stall formten. Einige, wenige, Worte wechselten sie, bevor Egin, ihr Anführer, Kelim und ein weiterer Elb kamen. Die Grußworte nahm ich nicht war, seine Aufmerksamkeit war schon längst wieder zu seinen Gedanken geeilt, bis ihm gewahr wurde, dass er das Gesicht des Elben kannte. Also hatte er seinen Weg zu ihnen gefunden. Eldatirmo, stolzer als so manch ein Zwerg. Höflich grüßte er ihn in seiner Sprache, die er mehr und mehr gegen das gebräuchliche Westron tauschte. Dem Gruß folgte der Befehl zum Aufsitzen. Mit dem Befehl kam auch Anrangar. Zu Pferd trabten sie auf der Ost-West-Straße. Gespräche wurden nur selten angefangen und waren schnell beendet, bis ein anderer ein weiteres Thema ansprechen wollte. Doch je weiter sie sich von der Herberge entfernte, desto öfter schien ihr Anführer zurückzublicken. Vermutet er Verfolger und oder weiß er von welchen? Die Antwort auf diese Frage, belegte er mit dem merkwürdigen Weinverteiler vor dem Schluchtenflechter. Hätte er ihn gesehen, wüsste er vielleicht, dass ein Mann seiner Statur zwar einen Weinschlauch halten kann, ein Schwert aber eine bedeutend größere Herausforderung sein würde.

Die Feste war nicht besonders einladend. Es brauchte schon Mut, um sie überhaupt Feste zu nennen. Ein Baumeister hätte für dieses Wort den erst besten Stein nach dem Aussprechenden geworfen. Sie war eine Ruine, die nur noch einen intakten Turm hatte. Doch ein Großteil der Mauer stand noch und würde die Nachtwache sehr vereinfachen. Sie ließen sich gleich links nieder und seilten ihre Pferde an die kleine Baumgruppe an. Bis auf Egin und er selbst, gingen alle in die Feste hinein und schienen die Einwohner auszufragen oder ihnen gleich den Weg ihrer Reise aufzudrängen. Die Stimmen drangen für diese Erkenntnis nicht zu den beiden hoch. Egin sprach ihn auf das wohl größte Hindernis ihrer Reise an. Es schien ihm, als hörte er Sorge in seiner Stimme. Vielleicht war auch Egin bewusst, dass die Hallen nicht einfach durchschritten werden können. Von ihnen geht noch immer eine große Gefahr aus. Doch die anderen lösten die Gedanken über das Kommende auf und stattdessen fing der Elb an, seine mitzuteilen. Als sie aufgebrochen waren, war ihm gar nicht bewusst, dass Eldatirmo jemanden aus der Gruppe vermisste, doch hier in der Feste, wurde es ihm klar. Er suchte Turaleth. Der Elb sagte etwas von einer Gegenleistung, einem Versprechen. Die fehlende Elbin schien seine Laune zu trüben, obwohl ihm von mehreren Seiten versichert worden war, dass sie nachkommen wird. Er verließ die Gruppe, wie er sagte für einen Spaziergang unter dem Sternenhimmel. Der Morgen wird zeigen, ob er wieder zurückkehrt.
Als die anderen ihr Nachtlager errichteten, ließ er sich an dem einzigen Riss der Mauer nieder. Er hatte sich entschieden den Schlaf diese Nacht nicht zu suchen sondern über die Schlafenden zu wachen und vielleicht die nächste Nacht dafür einmal besser zu schlafen.
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Ristredin » Mo 22. Nov 2010, 19:56

Ein weiteres Schwert
Die Sonne ging früh über der Feste auf. Die Nacht war ihm kurz vorgekommen. Ruhig war die Nachtwache, nur selten war ein Warg zu hören. Rascheln oder andere Anzeichen von Spinnen, die nicht weit von der Feste leben, gab es keine. So hatte er es sich die Nachtwache nicht vorgestellt. Und nun, wo sich das erste Licht hinter den Bergen hervortat fehlte auch der Morgentau, den er aus dem Breeland gewohnt war. Sein Schwert, das er quer über seine Oberschenkel gelegt hatte um bequem sitzen zu können, war an seiner Klinge staubtrocken. Gemächlich stand er auf um seine Waffe in die Schwertscheide zurückzuschieben. Es war Zeit nach den Schlafenden zu schauen und sie zu wecken. Doch als er sich umdrehte und den Riss in der Mauer durchschritt, war nur noch Egin dort. Die anderen waren alle den Hügel hinunter gegangen und schienen sich zu unterhalten. Mit einem Nicken grüßte er seinen Anführer, der nun auch den Hügel hinab Schritt, um den Aufbruch anzukündigen. Kelim konnte er dort unten erkennen, Anrangar in seiner Uniform, Larelie die Elbin und eine blonde Frau, die mit Anrangar zu reden schien. Er musste grinsen, braucht Anrangar nun schon eine weibliche Stimme um gut in den Tag zu starten?

Sein Blick wandte sich seinem Pferd zu. Kurz überprüfte er den Sitz des Sattels und streichte mit seiner Hand über den Hals der Stute. Sie schien sich mehr für den Baum und seine Blätter zu interessieren als auf seine Hand zu reagieren. Einzeln kamen sie nun zum Lager hoch, räumten ihr Nachtlager und bestiegen die Sattel. Auch die fremde Frau folgte ihnen. Höflich grüßte sie ihn und stellte sich vor. Hinter ihren blonden Haaren ragte ein mächtiger Bogen und weitere Waffen waren an ihrem Gurt befestigt.

Die Straße führte sie weiter nach Osten hin zu der Grenzbrücke und weg von den Einsamen Landen. Als sie die massive Brücke, in denen Bildnisse alter Könige eingemeißelt waren, überquerten, schlugen sie gleich westlich von ihr ein Lager auf. Es sollte als Nachtlager dienen, sodass sie ihre Pferde entluden und Kelim seine Angel für eine Mahlzeit auswarf und einen unvorsichtigen Keiler erlegte um die Vorräte aufzufrischen. Er selbst schien der einzige zu sein, der wusste, wie man einen Fisch für die Mahlzeit zubereitet. Seine Kindheit verbachte er am Meringstrom, der sie mit genug Fischen versorgte, wenn die Jagd nicht erfolgreich war oder die Felder noch in Blüte standen. Mit einem Messer präparierte er die Fische während Kelim mit der neuen Gefährtin Aendis das Wildschwein zubereitete. Doch zwei von ihnen fühlten sich nicht wohl und klagten über ihr Ungehagen, was ihr Lager betraf. Egin schickte sie los um einen anderen Platz zu finden, während er selbst ein Lagerfeuer schichtete und die Fische gar werden ließ.

Es dauerte eine Zeit, bis Anrangar und Larelie von ihrer Erkundung zurückkamen und von einem besseren Ort sprachen. Sie räumten das Lager wieder und brachen ein zweites Mal auf. Weiter in den Trollhöhen, eingekesselt von bergigen Wänden, schlugen sie nun endgültig ihr Nachtlager auf und teilten die Nachtwache ein. Nur einige wenige Augenblicke später wurden von zweien schon die Atemzüge länger und ihre Stimmen waren verstummt. Er lehnte sich an die steinige Wand und sah in den Sternenhimmel. Diese Nacht würde nicht ruhig werden, denn jene, die diesem Land den Namen verdanken, erwachen mit dem Mond und wandern durch diese Wälder. Es blieb nur die Hoffnung, unentdeckt zu bleiben.
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Ristredin » Mo 29. Nov 2010, 17:43

Der Feind bekommt ein erstes Gesicht
Als er erwachte, sah er seine Gemeinschaft schon um ein Feuer sitzen und eine erste Mahlzeit zu sich nehmen. Den längeren Schlaf hatte er sich gegönnt, denn während seiner Nachtwache in den späten Nachtstunden, nahm er die ruhigen Stunden um sich ein Frühstück zu gönnen. Egin, Anrangar, Aendis, Larelie und Kelim waren es, die einen Kreis um die Feuerstelle bildeten und sich ausgiebig ernährten. Eldatirmo war nach seinem Spaziergang, als sie noch in der Feste Guruth weilten, nicht mehr nachgekommen.

Dafür stoß nach langersehnter Zeit eine alte Gefährtin zu ihnen. Als sie mit dem Aufräumen der Lagerstätte begonnen hatten, nahmen sie eine vertraute Stimme war. Turaleth stieg die Anhöhe hinauf und begrüßte sie. Eine spürbare Freude war in der Gemeinschaft zu erkennen. Sie hatte den Weg zu ihnen gefunden.

Der Weg führte sie über die Bruinenfurt, hinauf nach Eregion. Der Weg war widererwarten ohne feindliche Begegnungen zurückgelegt worden. Erst als sie die Grenze in das Land der vergangenen Schmieden betraten, mussten sie sich gegen Cerebrain und Wurmwesen verteidigen, bis sie endlich Gwingris erreichten. Eine gut bewachte Ruine, die für die Nacht einen hervorragenden Schutz bieten würde und jedem in der Gemeinschaft eine durchgehend schlafende Nacht ermöglichen würde.
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst.

Beitrag von Ristredin » Di 14. Dez 2010, 16:59

Ein ungewisser Schritt
Ein verlassenes Land, einst wurde hier ein Teil des Schicksals geschmiedet, nun verfallen in Schutt und Ruinen. Nicht mehr Türme sondern Hulstenbäume ragen majestätisch in den Himmel. Wo einst der Handel blühte, da blühen jetzt nur noch Bäume und Pflanzen.

Das Frühstück war ausgiebig, denn sie waren früh erwacht und hatten für diesen Tag nur eine kurze Strecke geplant. Von Gwingris aus sollte der Ritt nach Echad Dunnan führen. Es war keine Straße von Nöten, denn das Ziel war klar zu sehen und ein großes Flussbett trennt Eregion von Enendwaith und nur einen Schritt davor läuft Parallel zum versickerten Fluss eine Straße von Mirobel nach Echad Dunann.

Ein großes Stück Schinken und Brot, dazu Wasser oder Wein. Das Frühstück bestand aus allem, was nicht in die Rucksäcke und Beutel gepasst hatte. Denn die Tore von Khazad Dum würde sie von ihren Pferden trennen. Alles was nicht passen sollte, musste da gelassen werden oder eben vorher verpeist werden.

Nochmals wurde über die nächste Station der Reise diskutiert. Nicht jeder fühlte sich bei dem Wort Moria wohl. Die Pforte Rohans wurde erwähnt. Die Wahl stand zwischen drei Tagen Finsternis, soweit die Zwerge noch keine Lager aufgebaut hatten oder Dunländer, die sich in letzter Zeit weit aus ihren Dörfern gewagt haben und die Grenzen weit überschauen konnten. Die Mehrheit stimmte für das Reich Durins. Lieber verborgen statt offen dem Feind begegnen.
Je weiter ihr Weg sie nach Eregion führte, desto mächtiger wurden die Berge und hier nun standen sie vor den Ausläufern des großen Nebelgebirges. Der größte Teil ihrer Rücken war von Schnee bedeckt oder in Wolken verborgen. Von unten aus war die Kälte noch nicht zu spüren, doch der Anblick allein gab einen Vorgeschmack auf die Kühle der Höhlen und Stollen Morias. Als sie die querlaufende Straße erreichten schaute manch einer nochmals in die Ferne, den Blick auf die Grenzen Enedwaiths gerichtet. Doch der Weg war entschieden und die Pferde wurden nach Osten geführt.

Echad Dunann war nicht mehr als eine Ruine eines großen Hauses. Die Grundmauern waren noch an mancher Stelle vorhanden und ließen erahnen, wie das Gebäude einmal ausgesehen haben musste. Eine kleiner Bereich, am hinteren Ende des Rastplatzes, wo die Steinböden den Gräsern gewichen waren, schlugen sie ihr letztes Lager unter freiem Himmel auf. Eine letzte Nacht unter Sternen. Eine letzte Nacht mit den Klängen der Lauten.
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Re: Der letzten Verantwortung bewusst

Beitrag von Ristredin » Fr 7. Jan 2011, 14:14

Das Reich im inneren der Welt

Es war also passiert. Er hatte Durins Hallen betreten. Das einst so große Reich der Zwerge. Spärlich erleuchtet ließ sich doch die Höhe der ersten Höhle erkennen, die in einer gewaltigen Treppe endete. Das Schätzen ihrer Stufe hatte zu weit unterschiedlichen Zahlen unter der Gemeinschaft geführt. Die Baukunst der Zwerge wurde ihm erst hier bewusst. Städte zu bauen war eine Kunst für sich. Eine Stadt in einem Bergmassiv zu erbauen eine andere. Spannung, wie es hinter der Treppe aussehen mag, machte sich in ihm breit. Doch erst mal saß er am Feuer, während geschäftige Zwerge an ihm vorbeiliefen. Manche bereits mehrmals, manche nur einmal. Keiner schien ihn besonders zu beachten. Der größte Teil der Gruppe war mit Lastziegen nach Echad Dunnan zurückgekehrt, um die Vorräte auf die Tiere zu laden, während er auf die bereits mitgenommen Gegenstände wachte.

Anrangar war am Morgen nicht gesehen worden. Selbst als die Reisegruppe mit den beladenen Ziegen wieder an den Toren zu Moria ankam, war er noch nicht aufgetaucht. Auch Turaleth, die Moria lieber gemieden hatte, war noch nicht angekommen. Waren sie schon vorgelaufen oder nochmals an der frischen Luft? Vielleicht sahen sie sich auch nur in den anliegenden Bibliotheken und Schmieden um. Ohne das Sonnenlicht war eine zeitliche Orientierung unmöglich und eine Verspätung leicht passiert. Die Gruppe brach auf, den ersten Stützpunkt der Zwerge als Ziel. Er selbst beschloss am inneren Hulsentor zu warten, bis der Mond seinen höchsten Stand erreichen würde, dann würde er ihnen nachfolgen. Vom Feuer aus hatte er einen guten Blick in die Welt außerhalb des Berges. Noch tauchte der Zauber des Abendrotes die Welt ins seinen Bann, bis das Sternenfirmament seine eigene Lichter werfen würde. Um ihn herum wurde es mit dem immer spärlicher werdenden Licht von außen, immer dunkler. Doch noch immer tummelten sich viele Zwerge am Eingangsbereich, luden Kisten um oder beluden ihre Lasttiere, die sich weiter hin die Stollen Khazad Dums führten.

Draußen war das Rot des Abends erloschen und der Mond tauchte die Welt in sein schimmerndes Licht. Eine Person, das Gesicht in einer Kapuze verhüllt, bewegte sich gezielt auf ihn zu. Ein weiterer Schatten ließ sich direkt dahinter erahnen, doch dieser kann auch nur ein Spiel seiner Augen sein. Von der Statur sah die Person Anrangar ähnlich. Er schien als sei die Zeit gekommen, den anderen nach Delfblick zu folgen.
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