Die Zusammenkunft für den großen Aufbruch.

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Anrangar
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Die Zusammenkunft für den großen Aufbruch.

Beitrag von Anrangar » Fr 16. Feb 2018, 23:46

Die ersten Sonnenstrahlen fielen auf die Nord-Südstraße, der Morgentau glitzerte den müden Augen entgegen, der dichte Nebel zog langsam gen Süden. Für die frühe Jahreszeit war der Himmel überraschend frei von Wolken. Eine kleine Herde von Rehen, vertrieben aus den Wetterbergen, kreuzte die alte Straße auf der Suche nach Nahrung in diesem sandigen Boden. Die zwei Gestalten, die um ein erloschenes Lagerfeuer saßen, schienen sie kaum zu beachten. Sie waren eingehüllt in ihre Mäntel, die Kapuzen tief in das Gesicht gezogen und in regelmäßigen Abständen zogen immer wieder kleine Atemwolken aus den Kapuzen in die kalte Morgenluft. Es war nicht genau zu erkennen, um wen es sich handelt. Auf Grund ihrer kräftigen Statur konnte man auf zwei Männer schließen. Auf Ihren Broschen, die die Mäntel auf Höhe des Halses zusammenhielten, war der weiße Baum Gondors auf schwarzem Grund. Zu ihren Füßen lagen Waffen, aufgeteilt zu zwei kleinen Lagern. Ein Bogen, ein gut gefüllte Köcher, Schwert und Dolch schienen zu einer der beiden Gestalten zu gehören. Der Bogen lehnte mit der Bogensehne gen Himmel an seinem rechten Bein, ein einzelner Pfeil direkt danebengelegt. Vor der zweiten Gestalt lag quer ein Schwert, gebettet auf der Innenseite eines Dreiecksschilds. Sie sprachen kein Wort, blickten nur gen Süden, die Straße entlang, bis diese sich im Nebel verlor.

Das Aufschlagen von Hufeisen und das Quietschen eines vollgeladenen Wagens kündigten den Händler an, bevor er zu sehen war. Der Bogenschütze richtete sich langsam auf, den Bogen in der Hand, den Pfeil in die Sehne gelegt. Für den Wagenfahrer war er nicht mehr zu übersehen. Als er den Schützen sah, zog er die Zügel an, um seinem Pferd zu signalisieren stehen zu bleiben. Wie die zwei Gestalten hatte sich auch der Händler tief in seinen Mantel eingewickelt. Durch eine Plane hatte er seine Waren vor Wetter und neugieren Augen geschützt. Langsam stieg er von seinem Wagen ab und ging in kurzen Schritten auf die stehende Gestalt zu. Als sie sich nur noch wenige Schritte entfernt von einander standen und beide die Gesichter des anderen sehen konnten, nahm der Bogenschütze seinen Pfeil von der Sehne und reichte dem Händler seine freie Hand. Nicht mehr als ein leises Nuscheln war zu hören, bevor beide sich zu dem zurückgebliebenen Krieger setzten. Niemand konnte mit Sicherheit sagen, was der Händler den beiden Männern erzählte. Aber was zu hören war, ließ selbst das Tierreich um sie herum verstummen. „Der Schatten in Mordor wächst!“, „Die Leuchtfeuer wurden entzündet!“, „Osgiliath ist gefallen und das Schicksal der weißen Stadt ist ungewiss!“.

Der Händler lockerte die Zügel und das Quietschen des Wagens bedeutete, dass dieser seinen Weg fortsetzte. Stumme Worte fielen zwischen den beiden Männerblicke.

Einer der Männer begann mit tiefem Ton ein Lied zu summen. "Es wird Zeit." sagte er plötzlich und setzte dann sein Summen wieder fort. Sie ergriffen Bogen, Schwert und Schild, um sich für den Weg zu rüsteten. "Lange, schwere Wege haben wir hinter uns gebracht, wenige neue Freunde haben wir gewonnen und viel zu viele verloren. Heimat? Können wir nach all den Jahren noch davon reden?" Ein Seufzen war zu hören. "Vielleicht ist dies nun unser letzter Weg.", sprach der Andere. Das Summen verstummte. "Es wird Zeit."


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Wir planen ein großen Sippentreffen. Sobald wir ein oder mehrere feste Termine haben, werden wir diese hier bekannt geben.
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