Alessjena Tinen

Schreibt hier die Geschichte Eures Charakters nieder.

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Alessjena
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Alessjena Tinen

Beitrag von Alessjena » Do 10. Mär 2011, 10:14

Kalt und regnerisch war die Nacht in Gondor, nahe der Küste, nördlich von Dol Amroth. Das Geschrei eines frischgeborenen Kindes durchhallte die ruhige Nacht. Erenia war erschöpft und zugleich sehr glücklich über ihre kleine Tochter. Der Vater, Nadhras, er stand daneben. Das Geschrei dieses wehrlosen Geschöpfes war ihm zu viel. Aber er lächelte. Um den Namen hatten sie sich schon längst Gedanken gemacht. Alessjena soll sie heissen.
Der erste Schreck war verflogen. Die Amme kümmerte sich um eben jene, die das Licht gerade erst erblickt hatte. Die Mutter schlief schon bald ein und der Vater viel erleichtert und entspannt in seinen Lehnstuhl. Er entzündete sich seine Pfeife. Im Kamin flackerte das Feuer im sonst so dunklen Raum. Jedes Mal, wenn er einen Zug nahm, erhellte sich sein Gesicht kurz. Er schien nachdenklich und wirkte besorgt. Er wusste, sie würden hier nicht mehr sehr lange bleiben können.

Ein Jahr später:
Alessjena war zu einem kräftigen Mädchen angewachsen. Was man für ein Kleinkind so nennen konnte. Sie hatte schon einiges an Blödsinn im Kopf. Dass ihre Eltern bereits am Packen waren, davon bekam sie nur wenig mit. Ab und zu krabbelte sie auf allen Vieren durch die sich leerende kleine Hütte. Mit einem Schwung wurde sie aufgehoben und sie kicherte, als ihr Blick in das Gesicht des Vaters fiel, der sie etwas necken wollte.
Nur noch wenige Stunden. Dann hiess es Abschied nehmen. Abschied von den Grosseltern, den Freunden, dem Haus, später von Gondor. Eine lange Reise stand bevor. Die kleine Familie war mit drei Pferden unterwegs. Zwei davon zogen einen zweirädrigen Wagen hinter sich her, auf welchen die wenigen Sachen gepackt waren, die Nadhras für seine Familie dabei haben wollte. Sie waren lange unterwegs. Sehr lange. Und mit Alessjena im Gepäck, war das ganze Unterfangen noch schwieriger. Die Kleine hielt ihre Eltern auf Trab. Die gondorische Grenze war passiert, Rohan wurde passiert, langsam näherte man sich dem Ziel.

Drei Jahre später:
Die Tochter, war inzwischen vier Jahre alt. In Schragen wurde eine neue Heimat gefunden und alle hatten sich dort eingelebt. Für Alessjena war es so, als wäre sie hier schon immer gewesen. Ihre Eltern würden ihr erst später sagen, woher sie eigentlich kommt.
Mit der Zeit wurde sie auch grösser, lernte viel und fleissig und lernte auch früh reiten. Mit fünf Jahren setzte man sie bereits auf ein Pferd der Familie. Ihre Freude über diese Geschöpfe wuchs und wuchs und so kümmerte sie sich bald schon ein paar Jahre später selber um diese Tiere. Es war ihr aber nicht genug.

Als Alessjena das zwölfte Lebensalter erreichte, durfte sie auf dem Hengstackerhof ihre Arbeit fortsetzen. Ihr Vater begleitete sie dorthin. Es waren nur wenige Stunden, die sie zusammen unterwegs waren. Ein paar Gespräche später und einem kräftigen Händedruck, wurden die letzten Abmachungen getroffen. Alessjena sollte hier nicht nur Pferdeställe ausmisten oder Pferde putzen und bewegen. Sie sollte hier bei der Frau des Stallmeisters auch noch Kochen und Nähen lernen. Alessjena nahm bereits in diesem Alter freche Züge an und so brachte sie die Hofdame mehr als oft zur Verzweiflung. Zu den Tieren aber, war sie liebevoll und kümmerte sich gut um sie. Kaum ein Tier wurde noch krank. Sie interessierte sich nebst der Pflege auch um die medizinischen Belangen dieser Tiere. Sofern man es zu dieser Zeit überhaupt Medizin nennen konnte. Kräuterbandaschen, Kräutertee für Pferde, selbsthergestellte Brenesselsalben.
Auf dem Hof war auch ein Junge. Erich hiess der. Er war so neidisch auf Alessjena. Dabei mochte er sie auch noch so gerne. Sie verbrachten viel Zeit miteinander, wenn sie frei hatten. Ein Jahr sollte noch vergehen. Und promt ein halbes Jahr, bevor Aless ihr 16. Lebensalter erreichte, stand Nadhras auf dem Hof. Er verschwand mit Erich's Vater im Haus. Stunden vergingen. Dann endlich kamen die beiden heraus und stellten sich vor Aless und Erich. Als die Pferdenärrin des Vaters Nachricht hörte, dass sie in einem halben Jahr heiraten soll, liess sie die Mistgabel fallen und rannte davon. Heiraten?! Unmöglich für Aless. Sie war zu jung dafür. So fühlte sie sich zumindest. Sie rannte zum Stall, wo ihr Pferd Morgenrot stand. Sie schwang sich auf den Rücken des Tieres und trieb es voller Angst und Wut an. Erst viel später, als sie den Hof hinter sich lies und ihr Pferd schnaubte, bemerkte sie, dass das Tier keinen Sattel hatte und auch nicht gezäumt war. Sie liess sich zusammensacken und fing an zu weinen. Sie verstand die Welt nicht mehr und kämpfte mit dem Gedanken, dem Vater zu liebe umzukehren. Aber sie war zu weit weg.

Es war bereits am Eindunkeln und aus sehr weiter Entfernung sah sie Licht. Sie war so erschöpft, dass sie sich nur noch mit Mühe auf dem Pferd halten konnte und Bree ansteuerte. Stunden müssen bereits vergangen sein, seit sie voller Panik abgehauen ist. Kurz vor Bree rutschte sie vom Rücken des Tieres und blieb regungslos liegen. Sie hatte unterwegs nichts zu trinken und nichts zu essen. Morgenrot wieherte und scharrte neben dem geschwächten Körper. Von weitem hörte man es schreien. "Wer da?!", rief es. Dem Torwächter war es wohl nicht geheuer und er schaute nach. Er fand Alessjena und brachte sie in die Stadt, wo sie später in ein wärmendes Bett gelegt und umsorgt wurde. Morgenrot trottete hinterher. Die Stute bekam einen Platz im Stall.

Tage später:
Eine Nachricht, die Nadhras erreichte, lies ihn erleichtert aufatmen. Gemeinsam mit seiner Frau, packte er seine Sachen. Genau so wie damals in Gondor. Sie machten sich auf, Richtung Bree. Im Gepäck nur noch wenige Dinge. Schnell sollte es gehen, denn die kleine Familie sollte wieder zusammenfinden. Nach einer beschwerlicheren Reise von Schragen nach Bree, bei Wind und Wetter, fanden sie Alessjena wohlauf. Nadhras bereute, was er tat und entschuldigte sich bei seiner Tochter mit dem Vorschlag, sich in der Nähe der Stadt in einer Siedlung niederzulassen. Kurze Zeit später, wohnten sie in einer kleinen Hütte, in einer der Breesiedlungen.

Es vergingen wieder drei Jahre und Alessjena ist zu einer jungen Frau herangewachsen. Neunzehn Sommer hatte sie nun hinter sich. Ihr freches Mundwerk brachte sie mehr als nur oft in ungeschickte Situationen. Sie lernte aber damit umzugehen. Sie wohnte inzwischen alleine in der Hütte. Ihre Eltern verstarben inzwischen. Sie waren auch nicht mehr die Jüngsten. So suchte sie sich immer wieder neue Arbeit und bekam sogar Unterricht von einem Heiler in Bree. Sie interessierte sich dabei aber nur um die Belange der Pferde, nicht aber für Verletzungen der Zweibeiner. Sie entwickelte sich zu einem tüchtigen Ding, mit dem Nebeneffekt, dass sie sich auch um Männer scherte, die ihre freche Art mochten. Nur war es nie etwas ernsthaftes. Es soll nur zum Vergnügen sein. Mehr nicht. Aber es fiel auf, dass die junge Schwarzhaarige fast immer gut gelaunt war. Sie kam mit wenig aus und war glücklich.

(Fortsetzung folgt)
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