Ihrawen Anuree, Aeflwine's Tochter

Schreibt hier die Geschichte Eures Charakters nieder.

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Ihrawen Anuree, Aeflwine's Tochter

Beitragvon Ihrawen am Di 21. Mai 2013, 22:33

Wesgé hál!

Man nennt mich Ihrawen Anuree, Aeflwine's Tochter. Vor kurzem traf ich in Bree ein. Dort habe ich schon bald Anrangar kennen gelernt. Wir kamen ins Gespräch und so erfuhr er ein wenig über meine missliche Lage. Auch er erzählte ein wenig über den Umstand des Hauses und der Gemeinschaft. Mir wurde Arbeit angeboten, die ich dankbar angenommen habe. So möchte ich euch ein wenig von mir berichten, weshalb ich hier bin und was ich gelernt habe.

Ich zähle gerade erst zwanzig Sommer und wurde von meiner Familie weggeschickt, damit es wenigstens eine Überlebende gibt. Das Dorf in dem ich lebte, wurde überrannt und dem Erdboden gleich gemacht. Ich glaube nicht, dass von meinen Verwandten dort noch jemand lebt.

Gelernt habe ich das, was die meisten Frauen Rohans in jungen Jahren lernen. Ich kann einen Haushalt führen, für das leibliche Wohl sorgen und Kleider nähen, oder flicken. Als ich mein fünfzehntes Lebensjahr erreichte, lernte ich Kräuter kennen und zu verarbeiten. Die verschiedenen Tinkturen helfen Mensch und Tier. Da ich Hals über Kopf mein Dorf verlassen musste, blieb mir von meinem niedergeschriebenen Wissen nur noch mein kleines Notizbuch.
Auf dem Weg durch die Lande schenkte mir ein Fremder ein Schwert und lehrte mich damit umzugehen. Ich konnte mich so etwas verteidigen.

Fast zwei Jahre lang war ich unterwegs und half an unterschiedlichsten Orten, um mir eine warme Decke und etwas zu Essen leisten zu können. Für die beiden Winter suchte ich mir Unterkünfte, wo ich länger bleiben und arbeiten konnte.

Mein treues Pferd leistet mir heute noch gute Dienste und hat eine Pause von all den Strapazen verdient.
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Re: Ihrawen Anuree, Aeflwine's Tochter

Beitragvon Ihrawen am Di 28. Mai 2013, 11:19

So unbeschwert und einsam

Ein paar Tage sind vergangen, seit Angrangar mir gesagt hat, wo ich wohnen und arbeiten darf. Das Zimmer welches ich bezogen habe, nimmt etwas heimeliges an. Hier eine Vase mit Blumen, da ein Teppich mit Flicken. Auf dem Tisch in der Ecke liegt zerissener Stoff, Nadel und Faden daneben. Es ist still. Sehr still. Nur ab und zu knarzt es in den Balken und seltener höre ich die Wache, wenn sie Pause hat, oder sich zu Essen holt. Ich weiss nicht wie alt das Haus ist. Aber ich weiss, dass es hier immer genug zu tun gibt. Manchmal frage ich mich, warum das Haus so herunter gekommen ist. Jetzt sieht es dafür wieder etwas wohnlicher aus. Die ganzen Staubschichten sind weg und die Küche sieht auch wieder gut aus. Ich kann wenigstens kochen. Bei zwei Räumen muss wohl der Sturm die Ziegel vom Dach geholt haben. Da tropft es hinein, wenn es regnet und es bilden sich Pfützen auf dem Holz darunter. Bestimmt will das keiner gerne hören. Aber sind sie nicht selbst schuld, wenn kaum einer beim Haus war und sich darum gekümmert hat? Ob das alles gut ist, was ich mache? Ich räume ja nur auf. Immerhin sind die Ziegel jetzt draussen auf einem Haufen und nicht mehr überall verteilt. Nur wenige sind noch ganz. Einer der Balken ist sogar durchgebrochen und sich in dem Zimmer aufzuhalten, ist nicht gerade ungefährlich. Teilweise lassen sich die Türen der Kommoden nicht mehr öffnen. Die Feuchtigkeit hat das ganze Holz verzogen. Ich hoffe nur, dass sich darin nicht noch Kleider befinden. Das dürfte eine nicht allzuschöne Angelegenheit werden. Im anderen Zimmer ist eine Kommode sogar ganz zertrümmert. Ich frage mich, was das gewesen sein mag, was dort so gewütet hat. Ein Baum vielleicht?

Es ist wieder Zeit zu backen. Anrangar hat mir drei Säcke Mehl gebracht. Das sollte für die nächsten Wochen ausreichen. Ausser ich lerne bald Egin und Ristredin kennen, von denen er gesprochen hat. Wo sie nur sein mögen? Etwas mehr Leben in diesem Haus wäre schön. Ich fühle mich einsam. Wenigstens gibt es hier Instrumente. Wem diese wohl gehören? Ich hoffe, es ist mir niemand böse, wenn ich diese benutze und dem Haus ein wenig Leben einhauche. Der Garten ist wieder präsentabel, jetzt wo die Ziegel weggeräumt und die Blumenbeete wieder schön aussehen. Hier draussen fühle ich mich wohl. Ein kleines Stück Heimat. Aber leider nur sehr klein. Meine Familie fehlt mir und hier kenne ich kaum einen. Anrangar ist der einzige, der viel von mir weiss. Aber gestern hat er es übertrieben. Seine Anmerkung hat weh getan. Mache ich denn alles falsch? Er hat doch kaum etwas von mir mitbekommen. Kaum etwas gesehen. Manchmal spricht er so wirr, dass ich ihm nicht folgen kann. Warum sagt er, dass ich ungeschickt bin? Warum nur? Nur wegen diesem einen Mal, als er mir etwas beibringen wollte? Das Schwert habe ich nicht einmal angefasst. Das war eine blöde Übung. Reaktion testen. So gerne würde ich vieles verstehen wollen, aber wirklich einfach macht er es mir nicht. Heisst dann also wohl, alles selbst erfahren und heraus finden.

In ein paar Tagen begleitet er mich zum Maskenball. Darauf freue ich mich schon und das wird bestimmt sehr interessant. Ich könnte ihm als Rache zu seiner Aussage ein Narrenkleid nähen. Ich bin gespannt, was er noch für Kleidung hat, da er es ja bevorzugt, immer in seiner grünen Jacke herum zu wandern. Ich muss mir auch noch überlegen, was ich anziehe und was ich für eine Makse tragen werde. Die Zeit ist knapp, aber vielleicht schaffe ich es ja noch, eine schöne zu nähen...

--- Das Haus bekam einen Aufschwung. Der junge Wirbelwind hatte endlich wieder zu tun. Singend und summend wurden Staubschichten weggeputzt, die Küche auf Vordermann gebracht und aufgeräumt. Links neben dem Haus stapeln sich die Ziegel schön in einer Reihe auf und auch die zerbrochenen Gegenstände und Holzbalken wurden dort hinverfrachtet. Die Wache konnte sich öfter das Schmunzeln nicht verkneifen, wenn die junge Rohirrim strahelnd aus dem Haus kam und ihm erzählte, wie es drinnen nun aussieht und er es sich doch einmal ansehen solle. Im Garten sind sämtliche vom Wind herunter gefegte Ziegel verschwunden, die dort herum gelegen hatten. Selbst der Garten und die Beete begannen wieder Gestalt anzunehmen. Da Ihrawen nicht so recht wusste, wo sie genau anfangen sollte, hatte sie an schönen Tagen den Garten geräumt und die Beete in Ordnung gebracht und an regnerischen Tagen für die Ordnung im Haus gesorgt. Aus der Küche konnte man das frisch gebackene Brot riechen. Auch die Wache vor der Türe war für eine warme Mahlzeit mehr als dankbar. Ab und zu sah man die Rothaarige neben ihm sitzen. Dabei schwiegen sie sich mehr an, als dass gross etwas erzählt wurde ---
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Re: Ihrawen Anuree, Aeflwine's Tochter

Beitragvon Ihrawen am Di 11. Jun 2013, 00:15

Wieso, warum, weshalb?

Fragen über Fragen. Es gibt so viele davon und für kaum eine bekomme ich eine richtige Antwort. Nach einem längeren und durchaus angenehmen Gespräch mit Anrangar, sitze ich nun hier. Eingewickelt in einer Decke und aus dem Fenster schauend. Mein warmer Atem beschlägt regelmässig das Fenster und schlafen kann ich im Moment nicht. Umso mehr ich über unsere Gespräche und Diskussionen nachdenke, desto mehr Fragen kommen auf. Ich sollte mir laut ihm doch nicht so viele Gedanken machen. Aber so einfach ist das nicht, diese zu verdrängen. Einzelne Bilder ziehen vor meinem geistigen Auge durch und ich verstehe sie nicht. Die Fragen beginnen sich zu häufen und wiederholen sich.

Lange sitze ich vor besagtem Fenster. Zwischen den Wolkenfetzen kann ich Sterne und manchmal den Mond ausmachen. Die Zeit verstreicht und mir wird auf dem Stuhl trotz der Decke langsam kalt. Meine Hände bewegen sich über die Kerze, die mir nur wenig Wärme spendet. Für den Anfang genügt es auch. Doch dann sehe ich in der Flamme wieder ein Bild, welches sich regelrecht in mich brennt. Ich spüre, wie ich zu Lächeln beginne. Aber warum ausgerechnet bei diesem? ...

... Nichts hatte geholfen. Ich hatte versucht, Anrangar zu wecken. Doch er schlief tief und fest. Im Kamin knisterte es. Die letzten Stücke Holz wurden langsam zu Kohle. Wieder versuchte ich es und der Erfolg wendete sich förmlich von mir ab. Ich hätte es mit kalten Wasser versuchen können, doch das brachte ich nicht übers Herz. Statt dessen besorgte ich ein Kissen und eine Decke. Gemütlich würde es wohl nicht sein. Während ich auf ihn schaute, bildeten sich die erten Fragen. Ich legte ein Stück Holz in den Kamin, damit es warm blieb...

Ich schlinge die Arme um meine Beine. Die Decke wärmt mich inzwischen wieder. Endlich ist der Himmel frei von Wolken und ich habe freie Sicht auf den Mond. Fasziniert betrachte ich ihn und merke nicht, wie mir langsam die Augen zufallen. Mein Kopf sinkt langsam auf meine Knie. Kaum sie diese berühren, schrecke ich hoch. Langsam realisiere ich, dass ich noch immer auf dem Stuhl sitze. Schleppend gehe ich die beiden Schritte zum Bett und lasse mich quer darüber fallen. Es geht nicht lange, bis ich einschlafe und in meinen Träumen versinke.

Wie so oft sind es keine schönen Träume. Schreie und Hilferufe verfolgen mich. Mein Vater packt mir den Beutel mit Kleidung voll und erklärt mir, weshalb ich jetzt gehen und flüchten muss. Ich reite so schnell ich kann und trotzdem komme ich nicht vom Fleck. Sie kommen immer näher. Ich kann erkennen, wie die Häuser hinter mir zu brennen beginnen. Selbst mein Elternhaus steht in lodernden, gelb-orangen Flammen. Mir laufen die Tränen über die Wangen. Ich wache wie fast jede Nacht mit einem Aufschrei auf. Die Wangen feucht von den echten Tränen, die sich langsam einen Weg bahnen. Und wieder liege ich wach. Als ich mich endlich beruhige, greife ich zu der kleinen Phiole auf dem Nachttisch. Ich nehme einen Schluck daraus und falle in einen relativ friedlichen Schlaf.
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Re: Ihrawen Anuree, Aeflwine's Tochter

Beitragvon Ihrawen am Sa 15. Jun 2013, 12:49

Die Tage werden weniger

Nervös gehe ich in meinem Zimmer auf und ab. Meine Gedanken kreisen um das, was vor der Abreise geschehen ist. Es sollte nur ein Ausritt werden. Ich will ihm zeigen, dass es nicht nur Wälder gibt, in denen man sich verkriechen kann. Es gibt auch schöne Orte, ohne viele Bäume um sich herum. Tage zuvor ist er an meiner Schulter im Gasthaus eingeschlafen und einmal auf meinem Pferd an mich gelehnt. Aber das verwundert mich nicht. An dem einen Abend, wo er nicht einmal mehr gewusst hat, wo sein Pferd steht, hat er ja auch genug getrunken. Vier Krüge Met.

Der Ausritt, ja der beschäftigt mich noch immer. Kaum ein Plätzchen gefunden und ein paar Worte gesprochen, will er schon wieder zurück. Ich verstehe es nicht. Er wirkt so zurückhaltend. Und auch wenn er sonst so wenig spricht, ist es gerade jetzt noch weniger. Meinen dargebotenen Trinkschlauch nimmt er nicht an. Wenigstens isst er etwas. Ich kann ihn dazu bewegen, nicht gleich aufzubrechen. Seine Worte hallen jetzt noch in meinen Ohren nach... "sonst verfalle ich dir noch"... Die Zeit bleibt mit einem Schlag stehen, kaum hat er diese Worte ausgesprochen. Langsam beginne ich zu begreifen, weshalb er mir die ganzen Tage über immer wieder Komplimente macht. Jetzt bin ich diejenige, die gehen will. Aber nicht wegen ihm. Auf einmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich ihn in jenem Moment noch weiter in meiner Nähe haben will. Und doch bleibe ich sitzen, weil ich ins nächste Gespräch verwickelt werde. Es dämmert und vom Regen, den er meinte gesehen zu haben, ist weit und breit nichts. Ich brauche einen Schluck Met. Vielleicht hilft es mir, diesen Moment besser über die Runde zu bekommen. Meine Augen konzentrieren sich auf die hügelige Landschaft, die immer mehr im Dunkel der herannahenden Nacht eingehüllt werden.

Seine Worte durchbrechen die Stille, die sich niedergelegt hat. Wieder Komplimente. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass er sie nur so dahersagt. Die Verlegenheit packt mich und hält mich gefangen im Hier und Jetzt. Doch nun ist es an der Zeit, auch ihm zu sagen, wie er auf mich wirkt. Er kann genau so fürsorglich sein. Nur weiss, oder merkt er es einfach nicht. Ich reiche ihm wieder den Trinkschlauch, in der Hoffnung, dass er endlich daraus trinkt. Er hingegen greift nach meiner Hand. Er tut es schon wieder. Nur dieses Mal ist es anders, als die Tage zuvor. Er will mich nicht loslassen. Ich wehre mich nicht dagegen, als er meine Hand zu seiner Wange führt und ich ihn zum ersten Mal auf andere Art und Weise wahrnehme. Es dauert nicht lange, bis ich seine Hand auf meiner Wange spüre. Oh es fühlt sich so gut an. So vertraut. Ich bin nervös und aufgeregt zugleich. Er kommt mir immer näher. Die Aufregung wächst und ich weiss nicht, was ich mit meiner anderen Hand anfangen soll. Wie eine Marionette, gesteuert durch unsichtbare Kräfte, lege ich sie auf sein Knie. Anspannung macht sich in mir breit, als seine Lippen meine berühren. Schnell schliesse ich meine Augen und erfahre ein Gefühl, dass ich bisher nicht gekannt habe...

Mein Blick gleitet aus dem Fenster. Es ist beinahe zu einem Ritual geworden, dass ich meine Gedanken an diesem Platz versuche zu ordnen. Was wird weiterhin geschehen? War es die einzige Nähe, die er mir so geschenkt hat? Darf es niemand wissen? An dem Abend im Gasthaus, als er die mehreren Krüge Met getrunken hat, hat er mir eine Geschichte in Form eines Gedichtes erzählt. Und nun... ich bin verunsichert. Hat er dabei von sich erzählt?
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